WONCA?

Wonca, Wonca… wo stecke ich bloß Wonca hin… Wieder so ein Fantasiename, der nur auf die Anfangsbuchstaben der Gründer zurückführt? Dabei ist es naheliegend. Ihr erinnert euch bestimmt an den Weihnachtsklassiker Willy Wonka und die Schokoladenfabrik? Die Gründer von Wonca Longboards fanden den Namen klasse, eine 1:1 Kopie des Ganzen aber für keine gute Idee. Also wurde aus Wonka – Wonca.

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Come together

Wonca Longboards sind Andreas, Tim, Henning allesamt 25 Jahre alt. Dazu kommen noch Sami und Alex, die jeder für sich ihr Wissen und Können beisteuern. Wo fangen wir an? Am besten dort wo sich Andreas und Tim kennengelernt haben. Wir haben das Thema Australien ein paar Seiten vorher ja schon abgehandelt. Fährt man quer durch das Outback, von Ost nach West, so fährt man auf dem Nullabourplain. Dort gibt es alle paar hundert Meilen ein Roadhouse. Hier können sich Trucker und Reisende mit dem nötigsten versorgen oder einfach aufs Klo gehen, ohne Angst zu haben, dass einen eine Schlange in den … egal. Und genau hier im Nirgendwo, mitten in der Wüste trifft Andreas seinen zukünftigen Geschäftspartner auf der Herrentoilette. Schicksal? Glück? Klingt verrückt und wenn man bedenkt dass die Jungs dann zusammen weiter durch Australien gefahren sind, mit einem orangen VW Bus mit Surfboards auf dem Dach, dann klingt dies schon ein wenig klischeehaft. Aber es kommt noch dicker. Hennig und Andreas kommen auf die großartige Idee mit dem Moped von Ledgen nach Pamplona zu fahren. Kurz vor der spanischen Grenze gibt das Teil von Henning den Geist auf. Mitten im Nationalpark – und dies in einer Serie von Waldbränden. Der ADAC hat dann das Moped nach Hause gebracht, während Henning irgendwie nach Barcelona geflüchtet ist. Dort kaufte er sich sein erstes Longboard und rollte von Barcelona nach Ledgen. Für die 1500 Kilometer brauchte er knapp fünf Wochen.

Wonca Longboards entsteht

Die Idee zum Eigenbau kam Tim vor etwa sechs Jahren, nachdem er sein erstes Long-board gekauft hatte. Damals war das Longboarden noch Lichtjahre von dem entfernt, was es jetzt darstellt. Speziell in dem 6.000 Einwohner Ort, gab es niemanden sonst, der sich mit dem Thema beschäftigte oder gar ein eigenes Brett hatte. Und dies wollte er ändern, indem er eigene Boards baute. Mittlerweile mußte er nämlich sein schönes Board mit vielen anderen Leuten teilen, die eben auch mal auf dem Asphalt surfen wollten.

Klar ein Highendprodukt war es nicht, der erste Eigenbau. Eine fertig gepresste Birke-Multiplexplatte ohne Konkave oder Tail oder sonstiges tut es ja auch. Als Holzmechaniker- Azubi konnte er den ersten Entwicklungs-schritt, das Aussägen mit der Stichsäge und das Kanten sauberschleifen, hinter sich lassen und begann direkt mit Frässchablone und Oberfräse zu Arbeiten.

Nach einer durch die störenden Lösemitteldämpfe nach aussen verlegten Lackierrunde, war das allererste Board fertig.

Andreas sollte Tim in nichts nachstehen und hatte schon bald ebenfalls einen Eigenbau am Start. Und auch dieser war aus der Not geboren und eher ohne technische Spirenzchen, bis auf die LEDs unter dem Deck. Es kam wie es kommen mußte. Die beiden realisierten recht schnell, dass aus Multiplex-Platten ausgeschnittes Longboard, eben kein richtiges Longboard ist. So sehr auch Herzblut investiert wird, es bleibt ein technisch eher anspruchslose Board.

Die Folterpresse

Also wurde aufgerüstet. Die erste Presse die vom Aussehen einem Folterinstrument glich und mehr dem Muskelaufbau diente, wurde angeschafft. Die ersten Boards mit Camber kamen zum Vorschein. Die typischen Garagenbauer also – denn alles spielte sich in der Garage von Andreas ab. Zwischen Fahrrädern, Gartenstühlen, Getränkekisten und allem was man noch so in einer Garage erwartet oder auch nicht. Dies war 2012. Zu diesem Zeitpunkt war nicht nur die Ausstattung experimentiell sondern auch die Einstellung. Zwar wurde immer mal wieder getüftelt, dann aber Wochen kein Gedanke an den Bau oder die Weiterentwicklung verschwendet. Es war ja auch Hobby und keine Fließbandarbeit.

Mittlerweile hat sich aber definitiv soetwas wie ein grüner Faden entwickelt. Wurden anfänglich noch die Pappschilder vom örtlichen Supermarkt als Zeichenbrett genutzt und die Rundungen mit Tupperdosen gezeichnet, wird dieser Arbeitsschritt nun genauso professionell durchgeführt wie die eigentliche Arbeit an den Decks. Ein Gewerbe wurde angemeldet und die Entwicklung neuer Boards vorangetrieben. Und dies mit in nachhaltiger Art und Weise.

Alle drei Gründer sind Veganer, auch deshalb nutzen sie ausschließlich FSC-zertifiziertes Holz, welches von regionalen Händlern stammt. Kanadischer Ahorn und Birke oder auch Nußbaum und Kirsche sind die favorisierten Hölzer. Auch Bambus wurde schon in Prototypen verbaut. Derzeit testen die Jungs Kernesche.
Die Folterpresse wurde durch ein durchdachteres Modell ersetzt.

Setups

Das passende Setup für die produzierten Boards zu finden war nicht schwer. Tim hat sein erstes Longboard direkt bei Landyachtz in Kanada gekauft und daraus ist eine Verbindung gewachsen, die zurück bis nach Freiburg reicht, wo der deutsche Vertrieb von Landyachtz sitzt. Und zu Landy gehören Bear und Hawgs. So ist die logische Konsequenz der Einsatz dieser beiden Marken für Wheels und Trucks. Falls günstigere Varianten vom Kunden gewünscht werden, gibt es die WONCA Boards auch mit preiswerterer Hardware. Es ist auch geplant Teamfahrer ins Team zu holen. Falls ihr meint in das Team von WONCA zu passen, meldet euch bei ihnen.

Die Kollektion

Und dann war ja noch die aktuelle Kollektion an Boards die Henning uns mitgebracht hatten. Qualitativ ist nichts an den Boards auszusetzen. Solide deutsche Handwerkskunst.  Henning berichtete uns, dass Wonca Longboards Post von einem deutschen Hersteller bekommen hat, mit dem Hinweis darauf, dass er anwaltliche Unterstützung einholen würde, wenn Wonca nicht die Produktion dieses Boards einstellen würde. Den Namen nennen wir nicht, es ist ein alter Bekannter, der in der Szene mittlerweile (oder schon immer?) nur noch mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen wird. Im Laufe seiner wenig ruhmreichen Firmengeschichte, die nun schon 40 Jahre andauern soll, hat er diverse Leute bedroht, denunziert oder beleidigt.  Das Board um das es geht, ist das Wizard. Der Allrounder UND Bestseller von WONCA Longboards. Wir haben bis heute noch nicht davon gehört, dass eine Outline als Designmaßstab dienen kann, der eine Klage vor einem deutschen Gericht standhält.

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Davon wird es in diesem Sommer dutzende Anbieter geben. Der härtere Weg ist der, den Tim, Henning und Andreas gegangen sind. All die kleinen und großen Probleme sind teilweise auch die Probleme mit denen sich andere Eigenbauer herumschlagen müssen. Und das Tolle daran – in dieser Branche hat jeder talentierte und kreative Kopf eine Chance mit seiner eigenen Longboardfirma durchzustarten.

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Für die Jungs von WONCA soll aber der erreichte Status Quo nicht das Ende der Fahnenstange sein. Eine Vakuumpresse ist das kommende große Projekt, denn Downhillboards sind das nächste angepeilte Ziel. Aber die Presse kostet 15.000 Euro.

Um die Finanzierung zu stemmen, ist eine Crowd-funding-Kampagne geplant. Diese wird in den nächsten Tagen auf indigogo.com starten. Als Perks gibt es Boards, Sticker und Shirts.

Bei Fragen hierzu einfach eine Mail an das Team schreiben und an team@woncalongboards.com schicken.

www.woncalongboards.com

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