Tunnel Skateboards

Tunnel Skateboards

Tunnel Skateboards – ein Name der vielen alten Skatern ein Begriff ist.  Im Buch „The Lost History of Longboarding“ haben wir alles über Tunnel zusammengetragen. Hier die Geschichte, einer bekanntesten Namen der 70er Jahre

 

Geschichte ist im Gegensatz zur meist angenommenen Meinung keine genaue Wissenschaft. Es gibt in ihr immer wieder verschiedene Standpunkte. Fakten, die einander widersprechen, Erinnerungen, die langsam verblassen – oftmals vertauscht mit anderen Realitäten oder garnicht dementsprechend, was wirklich passierte.

Wenn man die Welt des Skateboardings in den 1970er-Jahren so genau wie möglich beschreiben will, dann gibt es noch ein zusätzliches Problem, das die Dinge verschleiert: eine süßlich riechende Wolke, die den Blick auf das Wesentliche erschwert. Heute wie damals nicht ganz legal, aber im Kalifornien jener Zeit nicht wegzudenken. Und der Großteil der Skateboardszene war involviert. Gras, die Droge Nummer eins der Szene, und weil es nicht wenig konsumiert wurde, sind die Erinnerungen an diesen Zeitraum zusätzlich eingeschränkt. Die Geschichte von Tunnel zu erzählen ist daher keine leichte Aufgabe. Ich habe viele ehemalige Inhaber und Teamfahrer getroffen, um mehr zu erfahren. Die Lücken der Erinnerung sind so groß wie der Spaß, den die Jungs damals hatten. Ich habe aber auch realisiert, dass es vielleicht nicht das Schlechteste ist, wenn man sich an die eine oder andere Sache nicht mehr erinnern kann.

Skateboarden ist nicht wie Fußball, Basketball oder Baseball. Keine Tonnen von Statistiken, Rekorden und Helden. Nein, ganz im Gegenteil – Skateboarder sind Anti-Helden und die Geschichten, die sie erzählen, wirken auf den Betrachter bisweilen nicht nachvollziehbar.

Einen 360er gestanden, während man ein Bier getrunken hat? Nachts in einen leeren Pool geschlichen, um zu skaten und dann vor den aufgebrachten Besitzern fliehen? Das sind die Geschichten, die das Skateboarden schreibt. Diese machen definitiv den Charme dieses einzigartigen Sports aus.

 

Vor über zehn Jahren hatten Jon Carnoy und ich beschlossen, Tunnel Skateboards wieder aufleben zu lassen.

Der Grund hierfür war so einfach wie naheliegend: Wir sind Kinder Nordkaliforniens. Früher wurdest du als Kid anhand deines Skateboards bewertet. Und Tunnel Skateboards waren der heißeste Scheiß unter der kalifornischen Sonne. Sicher gab es auch einige andere Marken wie Maherajah mit ihren wunderschönen Holzbrettern. Hersteller wie Sims und Bahne buhlten ebenfalls um die Gunst der Kids – aber was auch immer sie versuchten: Tunnel war und blieb für uns einfach die coolste Marke. Mit dem besten Skate-Team und den unglaublichen Tunnel-Rollen und seinen großartigen Brettern. Hinzu kam noch das wohl beste Logo dieser Zeit.

 

DIE ANFÄNGE

Mitchell Haake wurde Ende der 40er-Jahre in Nordkalifornien geboren. Schon in jungen Jahren hämmerte er Rollschuhräder auf die Unterseite eines Brettes und rollte damit die steilen Hügel San Franciscos hinunter.

Als er 16 Jahre alt wurde, erhielt er seinen Führerschein, fuhr an den Pazifischen Ozean und lernte dort die Art von Surfen kennen, die von dem abweicht, was die meisten als California Surfing kennen. Das Wasser war kalt, die Wellen riesig, es gab extrem starke Strömungen und es gab Haie, die so groß wie ein VW-Bus waren.

Tunnel Skateboards

Ein paar Jahre später kamen Mitch und ein paar Freunde auf die Idee, nach Mexiko zu fahren. Für ihn war es die beste Zeit seines Lebens. Wellen, Cervezas und Senoritas. Und schon nach kürzester Zeit war er fasziniert von der mexikanischen Lebensweise. Es war alles ein wenig entspannter dort unten. Auch die mexikanische Mode hatte es ihm angetan. Er blieb dort und begann, sobald das Geld knapp wurde, mit der Reparatur von Dinghis oder er shapte ein paar Surfboards. Das brachte ihm die nötigen Pesos ein, um über die Runden kommen. Diese Art zu leben gefiel ihm und er besorgte sich immer wieder Surfboardblanks aus San Diego, um diese in Ensenada zu verkaufen.

Die Erkenntnis, dass seine Klamotten für die mexikanische Sonne viel zu dick waren, ließ ihn auf die Idee kommen, eigene Sachen herzustellen. Und so kam es zu einem regen Verkehr zwischen Mexiko und den USA. Klamotten in den USA verkaufen – Surfblanks nach Mexiko bringen und dort fertig shapen.

Sein Wochenrhythmus änderte sich mit dem Textilverkauf. An den Wochenenden arbeitete er auf dem Flohmarkt, um die Sachen zu verkaufen, die er in Mexiko hergestellt hatte. Das lief so gut, dass er kaum noch mit der Produktion hinterherkam, und so beschloss er den nächsten Schritt: die Eröffnung eines eigenen Ladens.

 

41st AVENUE SKATEBOARDS

Der 41st Avenue Skateboard Shop hatte seinen Sitz in Mateo südlich von San Francisco. Hier verkaufte er zunächst Surfboards und seine selbstgemachten mexikanischen Klamotten. 1975 erlebte das Skaten gerade einen Boom, denn mit den neuartigen Urethanrollen explodierte der Markt geradezu. Während das Fahren mit Clay-wheels bei Unebenheiten ziemlich oft in Faceplants endete, rollten die neuen Urethanrollen über kleine Steine hinweg. Es war Mitchs Freund Mike McCreary, der ihn überzeugte, ins Skateboard-Business zu wechseln. McCreary hatte einen Surfshop namens Miramar nahe der Half Moon Bay und damit auch neben der berühmten Welle von Mavericks. Mike ahnte, dass Mitchs Klamotten niemals ausreichen würden, um den Laden so zu betreiben, dass er davon leben könnte. Also überredete er ihn, das Sortiment um Skateboards zu erweitern. Und als der Skateshop richtig gut lief, fragte Mitch Mike sogar, ob er nicht aushelfen könne. Vom Skateshop zur Marke Tunnel war es nur noch ein kleiner Schritt. Ausschlaggebend war die Nachfrage nach Skateboard-Produkten, die alles andere in den Schatten stellte.

Jegliche Ware bei den Großhändlern war ausverkauft, und als das Weihnachtsgeschäft 1975 anlief und immer noch kein Skatestuff verfügbar war, entschlossen sich Mitch und Mike zu handeln.

 

DIE GEBURT VON TUNNEL

„Zu Weihnachten war immer noch alles im Rückstand. Wir verfielen aber nicht in Panik, sondern taten das Naheliegende. Wir hatten ein paar Templates, kauften eine Bandsäge, Fiberglas und laminierten die Bretter. Danach sägten wir sie aus und verkauften sie. Dann kam Mitch auf die Idee, Gussformen für Rollen anzufertigen, und besorgte Urethan.

Dies war die Geburt von Tunnel Skateboards. Die Idee hinter dem Namen geriet wie viele andere Fakten dieser Zeit in Vergessenheit. Mitch wollte damit auf die Concrete Pipes anspielen, die damals Tunnel genannt wurden. Und die Rollen erinnerten auch an kleine Tunnel. Eine weitere Theorie besagt, dass ein bekannter Skatespot in Oakland in der Tunnel Road lag, an dem die Locals sich versammelten, bevor sie die Schräge hinunter bombten.“

 

Die ganze Geschichte über Tunnel Skateboards findet ihr hier http://ministry-of-stoke.de/shop/longboard-buch-the-lost-history-of-longboarding/

 

www.

 

 

 

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