SECTOR 9 – DAS SIDEWALK SURFING KOMMT ZURÜCK

sector9

Ohne Zweifel kommt man nicht am Namen Sector 9 vorbei, wenn es darum geht, die Geschichte des Longboards zu erzählen. Es ist die Geschichte von vier Freunden, die sich gegen viele Widerstände durchgesetzt haben.

 

1993

1993 war die Zeit der Pintails und des klassischen Sidewalk Surfings – kurz Longboardens – längst vorbei. Die Streetskateboarder dominierten die Skate-Szene, und das Thrasher-Magazin hatte den Mythos vom langhaarigen, blonden Surferdude auf seinem Cruiser pulverisiert. Anfänglich war Sector 9 lediglich eine typische Studenten-WG in La Jolla, einem Stadtteil von San Diego. Die Bewohner liebten das Surfen und Skaten, und sie genossen das Leben in der kalifornischen Stadt in vollen Zügen. In dem Haus, in dem sie wohnten, gab es einen Billardtisch, eine Miniramp im Hinterhof und einen Platz, an dem sie Tischtennis spielen konnten.

All das lag nur wenige Meter vom Pazifik entfernt, direkt am La Jolla Boulevard, und es hält sich das Gerücht, dass in La Jolla auch die Surfkultur der 60er Jahre ihren Anfang nahm. Kurzum, für eine Gruppe von Kids war es eine Art Paradies. Durch die leicht abschüssige Straße wurde die Ecke dann auch ein beliebter Treff der Skateszene. Wo sonst konnte man einen Zwischenstopp zum Skaten in der Rampe einlegen, um dann zum Meer zu cruisen?

Steve Lake, Dennis Telfer, Dave Klimkiewicz und E.G. Fratantaro hatten zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich noch keine Ahnung, dass sie wohl eines der einflussreichsten Unternehmen im Skateboardbusiness aufbauen würden. Dieses Jahr veränderte sich die Wahrnehmung des Skateboardens in den Straßen einmal mehr.

Wie alles anfing

Alles begann damit, dass Dennis ein etwa 120 Zentimeter langes Brett besaß. Es war ein Snowboard von Sims, das er zum Skateboard umfunktioniert hatte. Die Nose wurde vom Brett abgeschnitten, und das Kicktail blieb, wenn auch überdimensioniert, erhalten. Alle Anderen fuhren die zu dieser Zeit populären kleineren Skateboards. Aber alle Mitbewohner liebten das Board von Dennis, denn mit diesem Ding glitt man über den Asphalt. Und wie es nun einmal mit schönen Dingen ist: Neider gibt es immer, und schon bald wechselte das Brett den Besitzer – leider ohne das Einverständnis von Dennis.
Ein neues Brett musste her. Also wurden Boards, die überall an der Miniramp herumlagen, kurzerhand zu einem größeren zusammenlaminiert. Die Jungs hatten so viel Material gesammelt, dass es sogar für zwei lange Bretter reichte. Schnell mit dem Skateboard zu fahren, das war mit den kleinen Streetskateboards eine Herausforderung; mit seinem neuen Brett stach Dennis aus der Masse der Boarder heraus und weckte erneut Begehrlichkeiten. Das zweite Brett wurde schon bald verkauft, und Dennis und seine Kumpel Steve Lake, Dave Klimkiewicz und E.G. Fratantaro beschlossen bei einem Bier, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, mehr von diesen Brettern zu bauen.

So begannen sie für einen Pauschalpreis von 25 US-Dollar Bretter für Freunde zu bauen. Einen Firmennamen gab es noch nicht. So weit hatte keiner gedacht, und doch war die Namensfindung recht einfach. In all den Monaten hatte sich bald eine feste Clique um die Hausbewohner gebildet. Das erscheint logisch, denn Tag und Nacht eine sturmfreie Bude zu haben, das bedeutete jede Menge Party. Das Telefon stand niemals still, und einer der Kumpels meldete sich häufig mit einem launigen

„ … was geht ab im Sector 9?“
– so war der Name geboren.

 

Was dann geschah, erfahrt ihr auf www.longboardbuch.de