Plastikcruiser xxl Dragon Skate

Plastikcruiser xxl Dragon Skate

 

Pennyboards, Ridgeboards, Dragon Skate xxl und viele mehr diktieren derzeit das Kaufverhalten in vielen Skateshops. Was ist dran an dem Trend?

Vorausschicken müssen wir, dass wir keine großen Freunde von Plastikboards sind. Dieser Trend ist an der Redaktion vorbeigegangen. Das hat vielerlei Gründes: Surfen und Skaten hat schon immer was mit handgemachten Brettern zu tun gehabt. Das Gefühl von Holz und Fiberglas unter den Füßen gibt uns etwas zurück. Plastik ist da eher, sagen wir mal neutral, um es nett zu sagen.

Die Firma Dragon Skate hat uns einen Haufen Minicruiser und andere Plastikboards zum Testen gesendet. Davon haben wir ein wirklich spezielles in der kommenden Printausgabe und eines möchten wir hier vorstellen. Unsere Intention war es den Trend zu nachzuvollziehen. Jeder zweite Kunde wollte im Sommer so ein „Pennyboard“ kaufen. Nach dem ungefähr dreihundertsten Versuch zu erklären, das der Ausdruck Pennyboard NICHT die Plastikcruiser generell beschreibt, sondern dies ein Markenname ist, haben wir es aufgegeben. Unter dem Strich sagt es aber auch aus, das diese Boards eigentlich keine Seele haben. Ist halt Plastik oder?

Aber trotzdem, alle Kids sind vor dem Kauf begeistert gewesen und haben sich das schon immer gewünscht. Da habe ich mir gedacht: Muß doch irgendwas dran sein. Aber trotz aller mir eingeredeten Gründe, warum denn so ein Cruiser cool sei – mir gefielen die Teile nicht. Zu klein, zu weich, zu schlechtes Rollverhalten – vom Lenkverhalten gar nicht zu sprechen. Weder Fisch noch Fleisch. Zu allem übel kommt dazu, dass ich es hasse mein Board zu tragen, die Plastikboards aber wohl eher dafür gebaut worden um mit der passenden Handtasche präsentiert zu werden.

Also mußte ein größeres, lenkbares Stück Plastik her.

Dragon Skate hat einen 33(!)inch Mini (!) Plastikcruiser im Sortiment. Den mußte ich testen. Unserer Recherche nach gibt es nichts vergleichbares auf dem Markt. Penny hat noch ein 36inch, das hat aber kein Kicktail.

 

Dragon Skatte

Die Spezifikationen:

  • Deck Größe :: 33 „x 9“   84 cm x 23 cm
  • Vinyl Deck robust und zuverlässig
  • Achsen : 6″ Alu
  • PU bushing: Hardness 85A
  • Wheels : 60″ * 45″  mm, 78 A
  • Kugellager:  ABEC-9
  • Max. Fahrergewicht :90 kg
  • wird kompl. montiert geliefert

Der erste Eindruck: Cool – die graue Farbe harmoniert mit meinen Haaren und Ende Februar dann wohl auch mit meiner Gesichtsfarbe. So ein Signalgrau ist nicht jedermanns Sache, aber diese Boards gibt es leider nur in Grau oder Schwarz. Da würde ich mir ich doch eher Farbenfrohes wünschen. Der Shape entspricht dem „Standard“ Plastikcruiser, wobei hier natürlich die Breite von 23cm und die Länge von 84cm in einer ganz anderen Liga spielt.

Die große Überraschung waren die Achsen, die sich tatsächlich lenken lassen, wobei Pumpen oder ähnliches nicht wirklich funktioniert. 85A Bushings sind für diese Art von Boards normalerweise nicht drin, bei meinen knapp 90kg, denn dies würde im Wheelbite enden. Über die Verarbeitung kann man nicht meckern. Plastik ist Plastik – so denke ich. Der wohl größte Vorteil des Boards ist gleichzeitig sein Nachteil. Regen, Schnee, Erdbeben – dem Plastebomber macht das nichts aus. Klar, die Lager werden in Mitleidenschaft gezogen, ansonsten wird das Teil ewig halten. Mit viel Glück werden meine Enkel und Urenkel mit dem Board fahren können. Für die Umwelt spricht das Konzept sicherlich nicht.

Die Rollen und Lager (Abec9 steht drauf) funktionieren und der Preis mit knapp 90 Euro paßt auch. Wem also die kleinen 22inch oder 27inch zu nervös sind, der kann mit dem 33inch Board eine ruhigere Fahrweise einschlagen. Die Standfläche ist absolut ausreichend für Leute die auf großem Fuß unterwegs sind. Der Flex ist interessant. Eher ein Give denn ein Flex. Aber nicht so unangenehm wie ich es in Erinnerung hatte. Tragbar ist das Teil natürlich, wenn man sich auch vorkommt wie bei Gullivers Reisen, sollte man mal an einer Ampel mit einem der anderen Plastikcruiserfans stehen.

Wer eines haben möchte: Unter www.compidisc.de findet ihr weiterführende Infos

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