Max Dubler und seine wertlosen Bilder

Max Dubler war leicht angesäuert, als er eines seines Bilder in einem Instagram Account einer bekannten Longboardfirma fand. Er machte die Erfahrung, die wohl jeder Fotograf oder Künstler gemacht hat, der bei Herstellern nach Support gefragt hat:

„wir sind nur eine kleine firma und können dir nichts bezahlen“

Die typische Aussage von US-Longboardfirmen. Wir haben sie auch schon so oft gehört. Dass eine Firma, die über weltweite Distributionen vefügt, sich um Zahlungen in Höhe von 25 Dollar drückt, ist aber ein neues Highlight.

Bild gelöscht! Alles wieder gut?

Die Diskussion die Max Dubler führte, wurde von der Firma gekrönt, indem sie das Photo aus ihrem Instagram Account gelöscht hat, weil es auf einmal „wertlos“ war. Doch da war das Kind schon im Brunnen. Max hatte den Vorfall auf Facebook geteilt und über 500 Likes und 88 Shares erhalten. Das hat dafür gesorgt, ein bißchen Maske von der heilen „Bro-Longboard“ abzureissen. Dass die Firma das Bild gelöscht hat, quittiert Max mit

„Wenn ich bei euch ein neues Board aus dem Regal nehme, ein paar Runden um den Block drehe – was ist dann?“

Wir wollen aber keine Hexenjagd aufmachen, wie es üblich ist, wenn jemand offensichtlich einen Fehler macht. Schaut man sich den Gesprächsverlauf an, dann wird offensichtlich, dass es durchaus ein Versehen gewesen sein kann. Derjenige der das Bild auf Insta Repostet hat, dachte jemand anderes hätte die Freigabe. Naiv ja, aber die Nummer ist uns auch schon passiert.

Schnorrer…?

Unsere Frage ist, warum schätzen all diese großen Firmen nicht die Arbeit von Leuten wie Max Dubler wert? Wir versuchen immer irgendwie den Fotografen per Credit oder auch kostenlosen Magazinen wenigstens einen symbolischen Ausgleich zu schaffen. Bei den „Big Playern“ der Industrie hat es aber scheinbar System: Leistungen empfangen und … ja äh nix. Erinnert ein wenig an die gewerbsmässigen Bettler, die Abmahnanwälte, die auch gerne dem alten Dire Straits Hit „Money for nothing – Chicks for free“ huldigen. Dabei ist hier richtig viel Geld unterwegs.

Die arme kleine Millionendollar Industrie

Die übliche Aussage ist.: „wir unterstützen dich doch mit dem Abbilden des Fotos, Berichtes oder Videos.“ Aber auch hier gilt. IHR seid eine Millionendollar-Industrie. Vielleicht ist das Problem, dass viele der Firmeninhaber aus der Szene stammen. Hier wird noch das „Bro-Modell“ hochgehalten. „Ey digga gib ma bild – kriegst auch einen repost“. Leider haben einige die Bodenhaftung verloren. Oder vielmehr sind einige auf den Trichter gekommen, dass Geld geil ist. Und sie sitzen drauf und nehmen ein Dukatenbad am Abend. Bei Firmen die Longboards verkaufen und deren Inhaber nicht aus der Szene kommen, ist es – zumindestens bei den großen Firmen – selbstverständlich Leistungen zu entlohnen. Ob wir die nun mögen oder nicht. Die Kohle ist binnen weniger Tage da – Hier ist Wertschätzung, wo man keine erwartet.

Erinnerungen an eine gute Zeit oder Mehrwert?

Die Fahrer sind Privatleute, die sich ihr Hobby teuer finanzieren müssen. Reisekosten, Material… Fotografien stammen in der Regel von Fahrern, die hochwertiges Equipment gekauft haben, um diese Bilder zu machen. Wenn sie also die Bilder posten, dann dient es mehreren Zwecken: Zum einen die Erinnerungen an eine gute Zeit festzuhalten, zum anderen natürlich um das ein oder andere Bild zu verkaufen. Es ist kein Freibrief für die Industrie, diese Bilder zu nutzen. Teilweise wird ja noch nicht mal gefragt.

Das Ergebnis?

Dieses antisoziale Verhalten führt am Ende dazu, dass die Fahrer nicht mehr auf dem Level fahren, wie sie könnten. Denn wenn man bedenkt, dass auf einem Rennen leicht drei Sätze Rollen verbraten werden…, dann kann sich jeder ausrechnen was der Fahrer am Ende des Wochenendes ausgegeben hat. Natürlich gibt es Sponsoring Deals, die das ganze erträglich machen und doch bleibt ein komischer Nachgeschmack und eine leere Brieftasche. Bilder, Videos, Berichte – all dies ist Bestandteil der Longboardkultur. Selbst unser Magazin ist ein Teil dieser Kultur. Wir haben uns übrigens daran gewöhnt, KEINEN Dank zu erhalten, für die Berichterstattung. Weder monetär noch per Mail. Die Kernaussage ist: „Das ist ja auch euer Job“…

Genau! Job – Geld – Leben

Der Ausdruck KERNSCHROTT ergibt plötzllich Sinn. Alle erwarten einmal im Quartal eine hochwertige Zeitung ohne Fehler und mit HD Bildern. Wehe da stimmt die Auflösung nicht oder ihr Univeralgelehrten findet einen Rechtschreibfehler. Aber alles hat seinen Preis. …Auch Leute die Korrekturlesen, Fotografen, Redakteure. So überdenkt eure Einstellung zu den Leuten die EUCH supporten. Und bevor der Shitstorm losbricht: Ja, es gibt Ausnahmen und ja wir haben auch aus Versehen Bilder gepostet und den Fotografen nicht gefragt.

 

Den Blogbeitrag von Max Dubler findet ihr hier:

https://www.maxdubler.com/bitchy-rant-about-holesom/2017/7/10/a-bitchy-rant-about-skateboard-companies-trying-to-use-photos-for-free

 

Wir wünschen euch eine gute Zeit

Natascha und Alex

Max Dubler und der Fotodiebstahl

 

 

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