Longboardverband oder warum wir niemals aus Tokio berichten werden

Warum Tokio?

In Tokio finden die nächsten olympischen Sommerspiele statt. Wenn, dann werden wir als Touristen dort hinreisen und nicht zur Berichterstattung.

Ein anderes Szenario wäre uns lieber: Sebastian Hertler bekommt die Goldmedaille verliehen, nachdem er vor Millionen Fernsehzuschauern James Kelly im entscheidenden Heat um den Bruchteil einer Sekunde geschlagen hat. Und im Anschluss daran gewinnt Dominik Kowalski das Slalomfinale, nachdem er seine Gegner in der Nacht zuvor durch sämtliche Karaokebars geschleift hat und diese dann immer noch voll wie die Haubitzen, im Rennen die ersten drei Hütchen rammen. Aber diese Schlagzeilen werden wohl ein Traum bleiben.

Wenige für Viele

Der Grund ist relativ simpel: Wir haben keinen Longboardverband, der auch nur ansatzweise etwas dafür tut, damit Longboarden den sportlichen Stellenwert bekommt, den es eigentlich verdient. Es sprechen hier wenige für viele, wenn sie sagen: Wir wollen kein Olympia. Dies würde die breite Masse an Aktiven nämlich nicht unterschreiben, wenn sie die Gelegenheit hätten, für ihr Land zu starten und Dinge zu erleben, die nur wenigen Sportlern vergönnt sind.

Disziplinen wie Downhill oder Slalom schreien geradezu nach großen Wettkämpfen. Und auch das Dancen ist reif für eine breite Öffentlichkeit. Die meisten von uns würden wohl eher diese Sportarten mitverfolgen als die rhythmische Sportgymnastik oder Dressurreiten.

Aber es hapert schon daran, dass die Downhill Longboard Liga geplante Rennen mangels Unterstützung nicht durchführen kann. Lärmschutz, Umweltschutz oder auch Sicherheitsbedenken verhindern an vielen Plätzen die Durchführung der wohl größten deutschen Rennserie. Wir reden immerhin von einer Rennserie, die die Königsklasse von mittlerweile hunderttausenden Longboardern darstellt.

Wenn zwei das Gleiche tun

Was tatsächlich möglich ist, sehen wir jedes Wochenende im kleinen Rahmen am Bieberer Berg in Offenbach. Hier hatten wir vor zwei Jahren unser Testival, und im Vorfeld wurde jede Pflanze nach ihrem schützenswerten Blütenstatus untersucht. Jeder Busch und jedes Unkraut wurde im Vorfeld von der Stadt, sprich dem Umweltamt, kontrolliert. Die Freigabe stand auf der Kippe, denn Rollbretter und die Menschen auf diesen Sportgeräten könnten ja die Umwelt schädigen. Unser Lieblingszitat:

„Die Nesseln haben schon gesamt, hier kann eine Absperrung stehen.“

Das wirklich Spannende und dann leider auch Traurige an der Geschichte ist: Zwei Wochen später fand ein Heimspiel der Kickers aus Offenbach im Fußball statt. Genau an der Stelle, wo die Nesseln gesamt hatten, standen nun Autos in jeglicher nur erdenklicher technischer Verfassung und Öl mischte sich mit dem Samen der neuen Brennesselgeneration.  Aber auch zwei Wochen vor der Veranstaltung standen dort schon die Autos der Fans beim vorherigen Heimspiel der Kickers. Der Grund für die verschiedenen Sichtweisen? Die Heimspiele von Kickers Offenbach sind Teil der Deutschen Fußball Liga, organisiert vom DFB, einem der reichsten Sportverbände in Deutschland und somit über jede Kritik erhaben. Ein Longboardverband könnte natürlich, selbst wenn er existenz wäre, hier nicht mithalten.

Unsere Lösung?

Wen können wir aufbieten? Titus Dittmann, der selbst sagt, er würde sich nicht in das operative Geschäft des Verbandes einmischen, sondern nur repräsentieren. Kann man ihm nicht übelnehmen. Denn welche Entschlüsse könnte er denn auch beeinflussen? Oder Michael „Eimer“ Mayer, der mit der Organisation von Rennen weitestgehends allein auf weiter Flur steht? De facto haben wir derzeit keinerlei erkennbare Verbandsstrukturen, die wirklich öffentlichkeitswirksam Dinge aufs Papier bringen. Die Vereine kämpfen vereinzelt um Events und Anerkennung. Und sie brauchen Support.

Also Leute, tretet den Vereinen bei! Oder gründet Vereine!

Dann klappt das auch mit unseren Presseeintrittskarten für das Stadion in Tokio.

 

By the way! Checkt bitte unsere neue Seite www.longboard-check.de Wir bauen die grade auf. Falls ihr selbst Tests habt, die ihr uns zur Verfügung stellen könnt… her damit!

 

Longboardverband Deutschland

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