Longboarding in Israel: Dasilva Longboards

 

Longboarding in Israel: Dasilva Longboards

Vor geraumer Zeit erschien im US-Magazin Concrete Wave ein Artikel in der Serie Longboarding for Peace. Diesmal verschlug es Michael Brooke nach Israel. Mit Erstaunen lasen wir von der Bunkersuche beim Longboarden und den scheinbar unüberwindbaren religiösen und politischen Hürden. Um uns selber ein Bild davon zu machen, kontaktierten wir Ben Kaufmann, der mit seinem Partner Alon Meiri vor drei Jahren die Marke Dasilva Boards gegründet hat. Von ihm würden wir sicher mehr über die Longboardszene in Israel erfahren.

is2

Ben und Alon dürfen sich als Pioniere fühlen, denn sie haben die einzige israelische und sehr erfolgreiche Marke Dasilva weltweit populär gemacht. Eine großartige Leistung, wenn man bedenkt, dass es kaum Holz in Israel gibt, dass für die Longboardproduktion taugt. „Je kälter es ist, desto härter das Holz. Und bei uns ist es verdammt warm“. Die meisten Holzsorten werden dementsprechend aus Europa oder den USA importiert.

Die Preise für Bretter und Hardware orientieren sich an den Preisen in Spanien oder auch Deutschland. Boards von Dasilva kosten zwischen 130 – 190 Euro, was in etwa auch den Preisen für ein handgemachtes deutsches Board entspricht.

Die israelische Longboardszene ist definitiv vom Surfstyle beeinflußt. Dorian „Doc“ Paskowitz importierte das Surfen in den 50er Jahren und sein Name ist längst Legende. Selbst Downhillpiloten wie Ben ist der Name ein Begriff.  Für ein Land, welches kaum über nennenswerte Surfspots oder Wellen verfügt ist das Ausmaß und der Einfluß der Surfszene schon sensationell. Auf der anderen Seite verwundert es dann nicht, dass das Skaten hiervon beeinflußt wird. Was soll man auch sonst als Surfer machen, wenn keine Wellen da sind…

 

is3

Das Herzstück der Skateszene ist in Tel Aviv zu finden. Der Skateshop SLIK organisiert mit Dasilva Longboards und der LGC dort regelmässig Events. Anfänglich waren es 15 Leute, die sich getroffen haben. Aber die Szene wuchs kontinuierlich und mittlerweile gibt es eine relativ große Szene.  Sehr starkes Wachstum gibt es natürlich auch in den Bereichen Cruisen oder beim Poolskaten.

Just wurde ein Film mit der Longboard Girls Crew gedreht, der international Anerkennung gefunden hat.

OPEN – lgc skates Israel – short video from Longboard Girls Crew on Vimeo.

 

Das Downhillskaten verfügt über eine sehr kleine aber feine Schar von Rollbrettfreunden.

Hier findet ihr zwei der besten Downhillstrecken:

Eine Straße im Norden namens Poriyya, die es laut Bens Aussage mit Maryhill in den Vereinigten Staaten aufnehmen kann und direkt in Richtung Galiläisches Meer führt. Übrigens kein Meer im herkömmlichen Sinne sondern ein Binnenmeer. Jesus soll ja mal drüber gelaufen sein. Im Gegensatz zu anderen Gegenden Israels ist die Location nicht staubig und trocken, sondern man rollt grüne Hügel hinunter. Hinunter in eines der größten Urlaubsressorts Israels.

od5

.Die „Ramon Crater Road“ ist für Downhillpiloten ebenfalls geeignet. Der Hinweis ausreichend Wasser in den Rucksack einzupacken ist sehr ernstzunehmen. Mitten in der Wüste gelegen und sehr, sehr heiß, lockt der Ramon Crater Mountainbiker, Skater und alles andere was sich den Berg herunterstürzen möchte. Es gibt durchaus eine touristische Infrastruktur, so dass ein Trip nicht gleich unter Geiern enden muß, trotzudem dehydriert man schneller als man denkt. Noch sind die touristischen Attraktionen eher für Mountainbiker aufgebaut, so findet man garantiert Bikecamps in der Gegend, aber dies dürfte bei der Planung für den Longboarder keine Rolle spielen.

Von der Suche nach Luftschutzbunkern während des Skatens, konnte Ben nichts berichten. „Klar, hin und wieder schlägt eine Rakete ein, aber in anderen Ländern passiert dies auch.“  Wirklich gefährlich ist es eigentlich nur am GAZA Streifen wo Palistinänser sich mit israelischen Einheiten im scheinbar endlosen Konflikt befinden. Auch in Ost-Jerusalem oder im Westjordanland kann es jederzeit zu Problemen kommen.

 

od4

Bens Auffassung nach, sind Israels Straßen meist sicherer als die Straßen der Länder, in denen er Gast war. Sie sind sehr gut ausgebaut und mit gutem Asphalt versehen. Nur die Autofahrer machen ihm von Zeit zu Zeit sorgen. Die Fahrweise ist, wie auch in Südeuropa eher „kreativ“ und unvorsehbar.

Israel bleibt trotzdem der Fixstern des Skatens im mittleren Osten. Länder wie Jordanien haben sehr gute Downhillspots, sind aber für Israelis nicht erreichbar. Teilweise sind die Grenzen geschlossen, oder es ist einfach zu gefährlich dort einzureisen. Die politische Lage wirkt sich somit auch direkt auf das Longboarden aus. Die Szene versucht sich zu arrangieren oder vielmehr aus den „politics“ herauszuhalten, wenn es  denn möglich ist.

Solltet ihr einmal in den Genuss kommen, nach Israel zu reisen, nehmt Kontakt zu den Jungs von Dasilva auf. Sie werden Euch gerne die Topspots zeigen und ihr werdet eine gute Zeit haben. Aber nicht nur das Skaten ist ein Grund nach Israel zu fliegen. Wir garantieren gutes Wetter!  Die meisten Bars öffnen erst gegen 21.00 Uhr und die Nächte dauern oft bis in den nächsten Morgen. Das Essen ist ein Traum, traditonell von vielen Kulturen beeinflußt und die Menschen sind gastfreundlich. Wußtet ihr das in Israel weltweit am meisten Veganer leben?

Entgegen aller Annahmen, sind Deutsche in Israel nicht unbeliebter als andere Touristen. Das einzige was ihr nicht tun solltet, ist Samstags Fahrstuhl zu fahren. Den orthoxen Juden ist es untersagt sich am Samstag körperlich zu arbeiten. Dazu zählt auch die Knöpfe zu bedienen. Und so hält der Fahrstuhl automatisch in jedem Stockwerk. Falls euer Hotelzimmer im 18. Stock liegt, nehmt euch Lektüre mit oder lauft.

Dasilva Boards könnt ihr natürlich direkt bestellen, mittlerweile aber auch in einigen deutschen Shops. Unter dasilvaboards.com findet ihr ebenfalls einen Haufen Modelle. Falls diese nicht am Lager sind, so dauert es allerdings drei bis vier Wochen bis euer Wunschboard bei euch eintrifft. Die Bretter werden alle „customized“ gebaut. Ausgestattet sind Dasilva Completes ab „Werk“  mit Paris Trucks und Divine Wheels.

Schalom!  Mehr Infos auf der Webseite der Jungs http://dasilvaboards.com/

 

end