Longboard Einsteiger – Kaufberatung – Longboard Testsieger

Longboard Einsteiger – Kaufberatung Longboard Testsieger

UNABHÄNGIG VON DIESEM ARTIKEL  BESUCHT BITTE www.longboard-check.de (hier findet ihr viele authentische Berichte zu diversen Boards)

Wir haben uns lange überlegt, hierzu etwas zu schreiben. Fängt man erst einmal an, kann man nicht mehr aufhören… Vor allen Dingen: Wo fängt man an? Das Problem ist, dass in den Zeiten von Facebook und Co. sich jeder berufen fühlt und seine eigenen Präferenzen auf den Ratsuchenden appliziert. Dies wiederum hat zur Folge, dass Diskussionen oftmals in Streiterein ausarten.

Geht am besten in den Skateshop vor Ort und lasst euch beraten. Eine „Onlineberatung“ kann niemals so auf euch eingehen, wie es der Fachmann im Shop kann. Es gibt zumeist auch die Option, mit möglichst allen Boards, die dort stehen, eine Runde zu drehen. Eines jedoch geht gar nicht: Sich im Shop beraten lassen, dann online zu kaufen und 10 Euro zu sparen, weil das Sonderangebot lockt.

Ähnlich abwegig ist es, sein Board in den USA zu kaufen, weil man glaubt, damit Geld sparen zu können. Eher zerren Zoll und Wartezeit an euren Nerven, und einen Kundenservice gibt es nicht.

Hierzu ein Hinweis: Sollte dies dein Vorhaben sein, so wird sich dieser Monitor gleich von alleine zerstören.

Aber ernsthaft, ein Testen vor Ort ist unumgänglich, wenn ihr wirklich DAS Board kaufen möchtet, das ihr euch vorstellt. Viele Beschreibungen im Netz locken ja mit wahren Wunderdingen. Oft wird DAS Downhill-Cruise-Dancer-Longdistance-Board angeboten. Um es überzogen darzustellen: Ihr habt Schuhgröße 43 und erhaltet ein paar Schuhe in Größe 44 oder aber 42, im dümmsten Fall statt der Sportschuhe dann doch Gummistiefel.

Schaut man auf  www.longboard-einsteiger.de (wir verlinken das hier nicht – sonst erhält diese Seite noch einen Backlink von unserer Seite), wird einem ganz mulmig. Dort werden Bretter als Testsieger verkauft, die wohl niemand auch nur ansatzweise in Erwägung ziehen würde, der länger als eine Woche auf einem Longboard unterwegs ist. Da wir uns auch mit den Herstellern der Marken Jucker, Osprey und so weiter gut verstehen, werden wir hier nicht die Boards schlechtmachen. Aber seid versichert: Diese Listen sind weder fundiert noch haben sie Substanz, da hier einfach nur irgendwelche Bretter, die wohl grad in der Suchmaschine zu finden waren, aufgelistet sind. Nehmen wir als Beispiel die Downhill Top3 und picken uns nur ein Detail heraus:

Der Testsieger Osprey hat Flex (kein Downhillboard sollte Flex haben).

Der zweite Platz ist ein Pintail, traditionell ein Cruiser.

Und der dritte Platz (nämlich das Jucker Hoku) hat ebenfalls Flex.

Das hier eindeutig das Unwissen der Koch der Abstimmung ist, erkennt man daran, dass ausgewiesene Downhill- bzw. Freerideboards von Jucker Hawaii, die es ja auch gibt, hier nicht in Erscheinung treten. Ebensowenig wie tatsächliche Downhillboards bekannter internationaler Marken oder gar deutscher Marken. Alleine der Preis scheint eine Rolle gespielt zu haben.

Wer unbedingt Downhill fahren möchte, sollte zunächst einmal die Setups der Pros anschauen, die bei der DLL oder auf dem Worldcup mitfahren. Aber als Einsteiger ist dies ohnehin nicht das Thema des ersten Brettes. Deshalb glaubt den Werbeversprechen der Onlineanbieter nicht unbedingt. Geht in den Shop!

Als Einsteiger werdet ihr euch nicht gleich auf ein bestimmtes Segment wie Downhill, Slalom oder Dancing versteifen, sondern eher alles erstmal austesten wollen – und das, ohne 300 oder 400 Euro ausgeben zu wollen. Glaubt uns, das werdet ihr, wenn ihr wirklich Spaß an der einen oder anderen Disziplin findet. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Nachdem wir verschiedene Shops befragt haben und auch unsere eigenen Erfahrungen mit Anfängern ausgetauscht haben, denken wir, dass Einsteiger sich auf folgendem Setup am wohlsten fühlen:

Wir empfehlen einen Allrounder, sprich die eierlegende Wollmilchsau. Vielleicht ein gedropptes Board mit leichtem Concave und weichen Rollen. Ahja… kein Wort verstanden? Eben, das ist der Trick. Hätten wir euch gesagt, ihr braucht ein total flexiges Board ohne Concave aber mit Topmountmontage und Camber, dann hättet ihr uns das auch geglaubt, oder?

DECK

Also fangen wir mit dem Aufbau des Brettes an. Für Einsteiger empfehlen wir ein Board, das einen möglichst niedrigen Schwerpunkt hat und somit eine sehr stabile Plattform bietet und sich leicht pushen lässt. Dies erreicht man in der Regel mit einer Dropthrough-Montage (d.h. die Achsen werden durch das Board gesteckt montiert und dadurch wird das Board tiefergelegt). Flex muss nicht sein, darf aber. Falls ihr nicht unbedingt gleich sliden wollt, ist dies kein Problem. Nur zu viel sollte es nicht sein. Zum einen wird der Flex mit der Zeit „ausleiern“, also an Spannung verlieren, und zum anderen dürfte das Fahren sehr unruhig werden (gefällt auch nicht jedem).

Concave (konkave) ist, einfach formuliert, die Aufbiegung an der Seite des Decks. Je stärker diese ausgeprägt ist, desto mehr Druck gebt ihr bei der Verlagerung des Körpergewichts auf die Achse. Dies hat dann eine Lenkbewegung zur Folge. Falls das Concave zu stark ausgrägt ist, kann es je nach Schuhgröße auf die Dauer unbequem werden. Auch hier gilt zunächst: Immer schön den Mittelwert finden.

Den Rest, der für ein Deck relevant ist, wie verwendete Materialen und andere Dinge, erklären wir an anderer Stelle. Dies sind zunächst einmal die für Einsteiger wichtigen Dinge:

– Drop Through

– wenig Flex

– wenig Convace

ACHSEN (TRUCKS)

Hier habt ihr, wie bei allem anderen, die Qual der Wahl. Die typischen Longboardachsen für obige Boards dürften 50° Grad – 180 mm Reverse King Pin Achsen (RKP) sein. Auch hier wieder der Tipp, die Achsen im Shop zu testen.

Warum? Nun, es liegt in erster Linie an der Härte der Bushings (Lenkgummis), die in den Achsen verbaut sind. Bewährt haben sich Achsen wie Paris Trucks, Bolzen Trucks oder Bear Trucks, deren Bushings ab Werk (Stockbushings) schon relativ leicht zu lenken sind. Es gibt noch sehr viele andere sehr gute Achsenhersteller, die ebenfalls sehr leichtgängige und präzise verarbeitete Achsen anbieten.

Besonders bei günstigen Komplettbrettern, die im Internet gekauft wurden, ist die Enttäuschung groß. Da wird plötzlich aus dem achso günstigen Schnäppchen ein Brett, das nur geradeausfahren kann. Und NUR dies, denn die Lenkgummis sind so hart, dass selbst ein Aufschrauben des King Pins (Schraube, die die Achse zusammenhält), der für das Einstellen genutzt werden kann, nichts bringt. Im schlimmsten Fall hat ein weites Aufdrehen des King Pins zur Folge, dass der Hanger (das Querteil der Achse, an der die Rollen angebracht sind) sich beim Fahren vom der Baseplate (das Teil, was mit dem Board verschraubt ist) löst. Hier trennt sich nicht nur der Hanger vom Board, sondern auch oftmals die Spreu vom Weizen.

ROLLEN (WHEELS)

Alle heutzutage hergestellte Rollen haben eines gemeinsam: Sie werden aus Polyurethan gebaut. Ein Stoff, der in Deutschland in den 40er Jahren entwickelt wurde,  jedoch erst Anfang der 70er Jahre für das Skateboarden entdeckt wurde. Es gibt keinen Standard für die Hersteller, und so mixt jede Fabrik ihr eigenes Urethansüppchen. Die einen machen es schmackhaft, die anderen kochen weniger lecker. Dinge wie abgerundete Lippen, angerauhte Oberflächen oder Sideset, Offset ect. vernachlässigen wir erst einmal. Für den Einsteiger sind das böhmische Dörfer und oftmals verwirrend. Wenn ihr also nicht unbedingt sofort in die oben genannten Disziplinen wie Downhill, Slalom oder Techslide einsteigen wollt, so tun es Rollen, die folgende Präferenz haben:

78 – 82a Durometer Härte. Mit Duromoter wird die Härte angegeben. Sind die Rollen zu hart, spürt ihr jede Unebenheit im Asphalt gleich doppelt. Sind die Rollen zu weich und seid ihr zu schwer, verformen sich die Wheels und rollen eben nicht mehr schön. Aber da müsst ihr schon einiges an Gewicht auf das Brett bringen.

Aber auch hier liegt der Teufel im Detail. Auf die Rollen kann jeder drucken, was er will. Und da es keine genaue Richtlinie gibt, die wirklich die Durometer misst, bleibt euch nur übrig, auf das zu vertrauen, was der Hersteller angibt. Es gibt Firmen, die unumstritten sind wie ABEC11 oder Seismic. Diese haben Standards gesetzt, auf die man vertrauen kann. Aber natürlich auch andere Hersteller wie Cultwheels aus England, Orangatang aus den USA, These Wheels und so weiter, auf die man vertrauen kann. Und nicht zu vergessen deutsche Hersteller wie Olson&Hekmati. Die Liste könnten wir endlos weiter führen. Feststellen könnt ihr Unterschiede auf dem Level ohnehin nur, wenn ihr die Teile testet. Und die sogenannten Billigmarken? Testet es, ihr werdet sehen. Hin und wieder funktionieren auch diese.

Die Größe der Rolle ist wiederum abhängig vom gewünschten Shape (Form) des Decks.

Eine zu große Rolle produziert wheelbites (Rolle berührt das Deck – und ihr den Asphalt). Eine zu kleine Rolle sieht nicht nur lustig aus, sie lässt euch auch permanent pushen.

Dazu eine einfache Faustregel:

Große Rolle – schwerer in Gang zu bringen – aber läuft länger.

Kleine Rolle – leichter in Gang zu bringen – aber läuft nicht so lange.

Weiterhin lassen euch große Rollen über Unebenheiten fahren, was kleine Rollen naturgemäß nicht tun. Es kann schon mal passieren, dass ihr dann an Steinen hängenbleibt oder dem Lieblingsfeind des Longboarders im Herbst, an Kastanie.

Auf den Komplettbrettern sind zumeist 69 bis 72mm Rollen montiert mit einer Durometerangabe von 78a bis 82a. Dies ist grundsätzlich ein passendes Setup!

KUGELLAGER (BEARINGS)

Es ranken sich Legenden und Mythen um diese kleinen Teile, die in die Rollen eingebaut werden.

ABEC9 wäre das beste, ABEC3 ist schrott und mit Ceramiclagern ist man ohnehin die schnellste Sau im Tal.

Können wir zusammenfassen mit: Bullshit. Natürlich gibt es einige Ausreißer, speziell bei günstigen Lagern, aber in der Regel funktioniert ein Abec5 Lager gut, und vom Industrielager bis hin zum günstigen Keramiklager kann alles genutzt werden.

Wobei die Beratung im Shop sinnvoll ist, denn die Jungs haben sicherlich schon ungefähr hunderttausend Boards montiert und Erfahrungen gesammelt. Unterschiede bei den Herstellern sind logischerweise vorhanden; ein gutes ABEC3 Lager ist einem schlecht gebauten ABEC9 vorzuziehen. Aber woher sollt ihr den Unterschied wissen? Genau! Deshalb: Im Shop fragen!

Und nicht vergessen: Spacer (kleine Metallhülsen, die auf die Achse gesteckt werden und die Lager vor Schäden bewahren) sollten auf jeden Fall dabei sein.

Grob zusammengefasst sollte euer Einsteigerboard also so ausschauen:

– Dropthrough mit nicht zu viel Flex und leichtem Concave.

– 180mm RKP Achsen und angemessenen Bushings

– 70mm Rollen in 78 – 82a Durometern

– stinknormale ABEC5 Lager
Falls ihr euch fragt, warum wir permanent die alte Leier mit den Shops herausholen und immer wieder die gleiche Melodie spielen: Skateshops sind ein Stück Kultur. Genau wie ein Magazin übrigens. Skateshops sind zugleich das Herzstück der Communities in den urbanen Ballungszentren und vermitteln ein wenig den Spirit des Rollbrettes. Wenn ihr jetzt online oder auch in den USA kauft,  wohlmöglich noch mit voheriger Beratung im Shop, dann schadet ihr diesen Shops. Wenn der Shop in wirtschaftliche Probleme gerät, eben weil nur online gekauft wird, so wart ihr mitverantwortlich dafür. Dies wiederum bedeutet: Ihr habt vielleicht das Herz der Community in der Stadt mitgekillt. Oder auch: Erst wenn der letzte Shop geschlossen wurde, werdet ihr merken, dass ihr eure Skatebuddies nur noch bei Facebook trefft.

 

 

 

Shopverzeichnis PLZ 6

 

 

 

 

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