Was ist eine Longboardfirma wert?

Was ist eine Longboardfirma wert?

Das schöne am Longboardbusiness ist, man trifft Leute, lernt sie kennen und es entstehen Freundschaften über tausende von Kilometern. Die neuen Freunde kommen aus Orten, die man selbst vielleicht niemand bereist. Australien, Hawaii, Kalifornien um nur einige zu nennen. Vor etwa drei Jahren lernten wir Brad und Derek Horn aus Kalifornien kennen. Derek war gerade Vater geworden und Brad dementsprechend Opa. Die Bezeichnung Opa fällt immer schwer, wenn jemand mit dem Longboard Achten um einen fährt, ändert aber nun mal nichts am Status. Derek sah sich mehr als Künstler, denn als Longboardbauer. Die von ihm gebauten Koastal Longboards symolisierten für ihn eine Symbiose aus Skaten und Surfen. Zumeist im typischen Longboardstyle der 60er gebaut und mit visuellen Stringern versehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Longboardwahn Deutschland noch nicht erreicht und so war es schwer für ihn, in Deutschland Fuß zu fassen. In den Staaten dagegen explodierte der Markt geradezu und seine Arbeit war sehr geschätzt. Sein Vater Brad  hatte vor Jahren eine Achse namens Revenge entwickelt. Diese unterschied sich zu den normalen RKPs und TKPs durch die extreme Wendigkeit und eine völlig andere Architektur. Das Problem war, dass die Firma in China, wo die Achsen gegossen wurden, minderwertiges Material benutzte und es dadurch immer wieder zu Problemen kam. Im Gegensatz zu herkömmlichen Achsen wurde die Belastung in den Kurven auf  einen Teil des Metalls gelegt. Materialfehler wurden mit dem Bruch bestraft und führten zum unkontrollierten Eindrehen und in der Regel zum Wheelbite.

Also änderte Brad die Produktionsweise und entzog der chinesischen Firma die Rechte an der Fertigung. Es folgte die Revenge 2, die diesen Fehler nicht mehr hatte – zudem wurde der Bushing der anfänglich einem kleinen American Football ähnelte geändert. So aufgestellt, hoffte er erfolgreich zu sein – und wurde es auch. Die Achsen verkauften sich gut, jedoch ist es irgendwann Zeit abzutreten und so übergab er die Firma an Derek. Wie eingangs erwähnt, sieht sich Derek eher als Künstler, denn als Kaufmann.

Der ganze Streß, das Überwachen der Holzbestände, die Logistik, Rechnungsein- und Ausgänge – das war nicht sein Lebensentwurf. Also beschloß er in Absprache mit Brad die Firmen Koastal und Revenge zu veräussern und nur noch Customboards zu verkaufen. Koastal Boards werden scheinbar noch in Kleinstauflage hergestellt. Der Weg den Derek mit Koastal beschreitet, scheint ungewiss.  Wer sich noch ein Deck sichern will, der kann Glück haben

10987384_10155232778510204_4775952842591173044_n

Ein weiterer Grund für den Verkauf war auch, dass es nicht lange dauerte bis das Achsenkonzept, obwohl patentiert, gefälscht wurde. Das Hauptproblem hierbei war, selbst der beste Fälscher konnte nicht ahnen, dass es im Vorfeld Probleme mit der Legierung gab. Folglich werden die Anfangsfehler wieder holt. Brad bat uns Beweisfotos zu machen und diese einem Anwalt zu übergeben um hier in Europa zu klagen. Dies wäre aussichtsreich aber durchaus langwierig. Die Bilder wurden gemacht, wir sind schließlich nicht nur Ninjas sondern auch Geheimagenten aber dann wurde das Handy mit den Aufnahmen gestohlen….

Brad und Derek hakten hier auch nicht mehr hinterher und wollten aus den USA heraus nicht klagen.

1.5 Millionen Dollar war das erste, was sie sich vorstellten, inclusive dem kompletten Inventar. Das ist ein Haufen Geld, für eine Firma deren Hauptprodukt ein Nischenprodukt in einer Nische ist.

Nun gibt es eine neue Zahl, diese liegt bei 350.000 Dollar und beinhaltet gleichzeitg alle verfügbaren Trucks, wir reden von etwa 9000 Stück. Dazu gibt es ein Patent für die EU. Mit dem kann dem Fälscher Dampf unter dem Hintern gemacht werden, bis hin zu Schadensersatzklagen.

Wer sich auskennt mit Patentrecht und 350.000 Dollar in der Kriegskasse hat, kann sich gerne bei uns melden.