Indiana Skateboards – Die Dinos aus der Schweiz

Indiana Skateboards war Mitte des letzten Jahrzehnts eine der erfolgreichsten Marken in Europa. Seit 1989 baut Christof Peller nun handmade Longboards „Made in Switzerland“ 1997 wurde die Nachfrage nach den Pellerbrettern so groß, dass er Indiana Skateboards gründete. Es begann eine sagenhafte Erfolgsgeschichte. Im Laufe der letzten 5 Jahre, durch dem Erstarken des Franken wurde der Vertrieb aus der Schweiz immer schwieriger.

Hier die Geschichte von Christof selbst erzählt:

Alles begann irgendwann im Jahr 1986. Auf der Walddorfschule durften wir eine Quartalsarbeit machen und ich wählte den Bau eines Snowboards. Es war die Zeit, zu der man nur selten irgendwelche Snowboards kaufen konnte. Dort kam ich zum ersten Mal mit den Materialen Holz, Fiberglas und Epoxy in Verbindung. Es dauerte nicht lange und es keimte die Idee, aus den vorhandenen Materialien Skateboards zu bauen. Getreu dem Motto ,

“Learning by doing“

haben wir dann die ersten Gehversuche in der Herstellung von Skateboards in der elterlichen Garage gemacht. Schon bald hatten wir den Dreh raus und bauten tatsächlich fahrbare Bretter.

Hooger Booger eine der grossen Schweizer Marken jener Tage, stellt gerade die Produktion Ihrer Skateboards ein und das war eine grosse Chance für uns vielleicht das ein oder andere Deck zu verkaufen. Unser Traum war eine eigene kleine Fabrik und Ent-wicklung zu haben um gute Boards zu bauen. Der nächste Schritt mußte also getan werden und so machten wir uns für den ganz großen Wurf bereit und kauften ein 8 Tonnenmonster von Furnierpresse. So etwas kann man natürlich nicht in der Garage lagern und wir zogen nach Wald Schweiz um. Dort konnten wir die Presse aufstellen.

Indiana Skateboards Presse

Einen Longboardmarkt wie wir ihn heute kennen, gab es damals in dieser Form nicht und so versuchten wir dann über Slalomrennen die Marke zu pushen. Mit dem Kontakt zu Luca Giammarco, Ausnahmetalent und einer der besten Slalomfahrer dieser Zeit fanden wir uns plötzlich an der Spitze wieder.

Zu dieser Zeit war es auch sehr schwierig gute Achsen und Rollen zu bekommen. Der Skateboardmarkt entwickelte sich immer mehr Richtung Street. Produzenten für Achsen oder Rollen die für Longboards in Frage kamen, fand man so schnell nicht. Durch Zufall kamen wir in Kontakt mit Gerd Elfgen einem Deutschen Urgestein was Snowboarden, Surfen und Skaten angeht. Mit seinem Know-how und seiner unglaublichen Dynamik und Wissen was Metallbau angeht, entwickelten wir die G-Truck Achsen, Bushings und Pads ( Keile ) Serie. Alles „Made in Germany“, hergestellt in seiner eigenen Fabrik versteht sich . Dies hat uns stark geholfen unsere Boards mit einem guten Setup zubestücken.

Indiana Skateboard Burning Wheels

Nebenbei versuchten wir die eigene Skateboard Rennserien in der Schweiz zu lancieren. Zuerst unter dem Namen Rollerball wurde aus der Serie dann die BurningWheels Tour. Diese Rennserie war eine Art Boarder Cross Serie für Skateboards auf der Strasse. Das ganze war gespickt mit viel Action. Wir haben alles selber entwickelt: Den Rennmodus, die Elemente und das Format. Wir hatten 3 Tourstops innerhalb der Schweiz, nationale TV-Kooperationen und eine Abschluss Party mit Awards.

Federführend innerhalb der Buring Wheels Tour war Maurus Strobel. Als Weltklasseskater und einem Background aus PR und Sportstudium war er der ideale Partner. Irgendwann wurde der Aufwand zuviel für eine kleine Skateboard Marke wie Indiana und die Idee wurde dem Umfeld des Rollladen in Zürich abgegeben.

Die Buring Wheels Tour hatte zu dieser Zeit auch einige deutsche Fahrer angezogen. Der bekannteste war bestimmt der Stuttgarter Bassi Haller, der dann auch für unsere Team internationale Downhill Rennen gefahren ist.

ISPO Brand New Award

Ein Meilenstein in der Firmengeschichte war auch der Gewinn des ISPO Event Brand New Award. Im Sommer 2000 gewannen wir mit unseren Longboards mit Flex, was zu dieser Zeit ein absolutes Novum war. Für uns alle ein Riesenerfolg und er zeigte dass wir auf dem richtigen Weg waren.

 

Weltmeister!

Unser Indiana Skate Team besuchte Rennen rund um den Globus. Wir gewannen einige Titel bei Europa- und auch Weltmeisterschaften und konnten uns so einen Namen innerhalb der Szene machen. Indiana war zu dieser Zeit, wie eine Familie, den viele Leute sind lange für uns gefahren. Durch das Reisen konnten wir auch einige Länder bereisen und lernten so Land und Leute von einer ganz speziellen Seite kenne. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Auch sehr eindrucksvoll war die WM in Göteburg in Schweden im Jahr 2008, wo das Röhsska Museum für Mode, Design und Kunst eine Ausstellung über Skateboards durchführte. Und plötzlich fanden wir unsere Produkte im Museum wieder. Dies war schon sehr außergewöhnlich.

 

Fazit:

Zu guter letzt möchte ich euch sagen was der Antrieb war mein Leben dem Skate- und Longboarden und Indiana Skatebaords zu widmen:

Jeder kann diesen Sport machen. Du brauchst nur ein Paar Sneakers und die Piste beginnt gleich bei dir vor der Haustüre. Du musst nicht wie beim Surfen oder Snow-boarden zuerst irgendwo hinfahren. Somit ist Longboarden sicher auch die CO2-neutralste Sportart. Zudem glaube ich auch, dass Longboarden auch sehr attrativ für Frauen ist, und wir hatten schon früh diesen Trend erkannt und Riderinnen wie Noemi Reichel unterstützt. Darum: Ride your local hill. Um das geht es doch – egal welches Brett Du gerade unter den Füssen hast.

 

Aus der Ausgabe 5 des 40inch Longboardmagazins

 

 

 

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