Hamboards präsentieren eigene Achse – HTS

Hamboards

Hamboards – Was ein Ritt. Vor einigen Jahren fielen uns die Schlachtschiffe aus Kalifornien auf. Mit Größen von bis zu 200cm sind sie etwas für Freaks. Auftritte in der US-Version von „Höhle der Löwen“ brachte Hamboards in die Schlagzeilen. Und doch ist Hamboards einer der wenigen Skateboardbrands, die in Europa nie Fuß gefaßt haben. Nicht weil die Produkte nichts taugen – nein die sind schon recht kultig. Es sind die hohen Transportkosten, die anfallen, wenn du ein 200cm langes Stück Holz aus den USA nach Deutschland schippern willst. Da liegt so ein Board dann schon einmal bei 600-700 Euro mit Nebenkosten. Abgesehen von der Dauer und den Erkärungsversuchen beim Zoll, warum man sich Holz für ein paar Hundert Euro schicken läßt. Viele, die sich für eine derart große Planke interessieren, wählen dann eher ein Langholz aus Esslingen. Auch WAKGS stellt Boards dieser Größe her.Aber dies sei nur am Rande bemerkt.

Hamboards und Original Trucks

Eigentlich geht es nicht so sehr um die Boards. Es geht um die Achsen, die Hamboards unter ihren Boards nutzen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren haben die Kalifornier Achsen von Original unter die Bretter gehämmert. Was hierzulande belächelt und kaum verkauft wird, bei Hamboards hat es gepaßt. Die Spannweite der S8 überflügelt jede herkömmliche Longboardachse bei weitem. Der Wermutstropfen ist die verbaute Technik. Fast ausnahmslos jeder, der die Original Achsen gefahren ist, mußte feststellen, das ein Wechseln der Drehfreudigkeit nur funktionierte, wenn man sich eine neue Feder leistete. Diese gibt es in verschiedenen Stärken und sorgt für das Carvinggefühl. Patentiert ja – aber auch antiquiert. Versuche, die Achsen mittels beilliegenden Werkzeug über die Schrauben steifer zu kriegen, endeten häufig mit dem Bruch des Plastikbushings in der Achse. Hier ist Original kein Vorwurf zu machen, denn auf dieses Manko wird ja auf der Webseite hingewiesen. Wenn auch nicht ausreichend…

Das Fahrgefühl mit den Originals kann man schlecht beschreiben. Sie lenken ein – bis zu einem bestimmten Punkt – um dann unvermittelt abzukippen. Der Rebound ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und sorgt für ein unnatürliches Gefühl. Bei den Riesenboards von Hamboards oder WAKGS fällt dies weniger auf. Bei kleineren Boards ist es sehr „anstrengend“. Aber bei kleineren Boards reichen ja auch kleinere Achsen. Und steht man auf Sprungfedern, nun Seismic hat einige sehr schöne Modelle. Boards in der Breite eines Bügelbretts erfordern jedoch Hanger mit einer Breite von mehr als 20cm.

Hamboards

Auch die Jungs um Donnie in Huntingonbeach haben sich im Laufe der Jahre ihre Gedanken gemacht. Und heute Morgen erhielten wir eine Mail mit der Ankündigung einer neuen Achse, die Hamboards direkt produziert. Interessant finden wir, dass sich Donnie in einem sieben Minuten langen Präsentationsvideo auf die S8 stürzt und die Nachteile aufzählt. Seine Schilderungen sind recht blumig und er kommt mir vor wie eine Kopie von Steve Irvin (richtig – der australische Tierforscher, der immer so abgegangen ist, bis ihn ein Stachelrochen leider getötet hat). Passion muß sein und wir wissen es zu schätzen.

Aber was haben die Jungs denn nun gebaut? Sie haben im Prinzip die S8 zerpflückt – die Teile die funktionieren, ausgebaut und mit eigenen Teilen ergänzt. Herausgekommen ist der 24cm breite HTS Truck, der die Schwachstellen der S8 ausbügeln soll. Mit 99 Dollar je Set auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Aber im Vergleich zu Original ok. Mitgeliefert werden Bambus Riserpads (!). Über die Fahreigenschaften können wir nicht urteilen. Vielleicht sehen wir Hamboards auf der ISPO Longboard Embassy

 

 

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