Let the good time Roll – Alexander Kempe

Let the good time Roll – Alexander Kempe “Ich bin 30, longboarde und habe Spaß daran”, sagt einer und freut sich über seinen kleinen, heilen Kosmos auf seine ganz persönliche Art. Montagabends werden die Bretter in den Kofferraum gedonnert, die Mucke aufgedreht und es geht mit den Jungs ab zum Lieblingsspot.

Eine von mittlerweile unzähligen kleinen Gruppen an Longboardern macht es so, wie viele andere es tun – irgendwo in Deutschland. Es gibt keine Regeln wie zu fahren ist, jeder macht es so, wie er es mag und worauf er es mag.

Core – in der Dynamik unserer Longboarderwelt  mittlerweile schwer zu definieren? Der Entwicklung des Sports nach wohl außer Frage, aber die Evolution des Sports führt mittlerweile in unterschiedlichste Richtungen. Flachland, Berge, Skateinfrastruktur, Medien und vor allem Locals, die eine Szene vorantreiben, zählen heutzutage wohl zu den wichtigsten Gestaltungsfaktoren im Longboarden.

Der harte Kern weicht auf, die kritische Masse an Brettsportlern nimmt zu, die Grenzen dieser Subkultur verschwimmen und viele neue Gefahren tauchen auf. Gefahren unterschiedlichster Natur, wohlbemerkt.

Wie eine Musikrichtung zum Mainstream wird, geschieht es auch im Longboarding. Die kritische Masse an Fahrern nimmt plötzlich exponentiell zu. Einige sind angepisst, Hater haten, Waghalsige stürzen sich Berge hinunter ohne ihr Brett zu beherrschen, andere Menschen werden gefährdet und schlussendlich kriegt der Sport ein schlechtes Image in der Öffentlichkeit. Muss man bald Vereine gründen, um seine Mitglieder zu versichern und Veranstaltungen anzumelden? Kommt bald der TÜV fürs Brett? Man könnte meinen, es ist alles eine Verhaltensfrage…

Aber abgesehen von diesen doch hoffentlich(!) weniger relevanten Nebeneffekten, gibt  es da ja noch Unmengen glorreicher Errungenschaften, die der Sport für uns alle mit sich bringt.  Zu erwähnen wäre da ein prall gefüllter Kalender voller Veranstaltungen, die die Szene im ganzen Land etwas näher zusammenrücken lässt. Eine wunderbare Kultur, die einander unterstützt, berät und gemeinsam zum Rollern auf die Straße geht (siehe Greenskate 2012 – I can’t believe it!) und, und, und….

Und was noch viel schöner ist: die Verfügbarkeit und Kompetenz im Bereich Longboard wächst und gedeiht. Unsere geniale Landschaft an Local Stores pflegt und berät die Szene (Danke an dieser Stelle!) und viele deutsche Brands rühren mittlerweile sehr erfolgreich im Herstellungssuppentopf mit und pushen den Sport und dessen Entwicklung aufs nächste Level.

Jetzt nur noch die Frage, was Du für deinen Sport tun kannst?

Geh auf die Straße und fahre Longboard! Allerdings ohne dabei einen anderen Longboarder wegen seiner Skills oder seines Boards in eine Schublade zu schieben.

Grüßen ist auch ne feine Sache, wenn auch ein wenig rar in letzter Zeit, also versuchs mal wieder!

Und zum Thema Sicherheit „Check yourself, before you wreck yourself“, Helm auf und pflege deinen Spot. Das Lachen vergeht einem nämlich, wenn du oder Menschen, die du gefährdet hast, sabbernd im Rollstuhl sitzen und dein Spot aussieht wie ne Müllkippe. In diesem Sinne … „let the good times roll!!“.

Alexander Kempe
Bareknuckle Longboards