Elektrokleinstfahrzeuge – unser vorletzter Kommentar – Dinosaurs must die!

Heute ist es also soweit. Die Verordnung über die Genehmigung von Elektrokleinstfahrzeugen wird im Bundesrat verabschiedet. Apropos  – verabschiedet euch von dem Gedanken Elektroskateboards oder Longboards im öffentlichen Raum legal zu bewegen. Das Genehmigungsverfahren ist und bleibt eine Posse. Nachdem was aus Berlin durchgedrungen ist, wird sich der Bundesrat den Empfehlungen der BASt Studie beugen und alle Hoffnungen auf legales Skaten auf Deutschlands Radwegen oder Straßen weiterhin verbieten.

Und liebes BMVI, ihr werdet überrascht sein – keinen schert es. Denn der Entwurf, der im Vorfeld angekündigt wurde, war schon eine Farce.

Fahren auf dem Gehweg

Einstiegsalter 12 Jahre

keine Helmpflicht

kein Fahrtauglichkeitsnachweis – in welcher Form auch immer.

Ein ABE Zulassung, die völlig an der Realität vorbeigeht.

Es war klar, dass all diese Dinge zu einem Riesenaufschrei führen. Wir werden trotzdem durch die Straßen rollen.

Was der Amtsschimmel zu leisten vermag, sieht man am besten bei den Helmen… Es wird keine Helmpflicht geben. Weil man ja nicht schneller wie 20 Stundenkilomter fährt. Im Zeitraum der Beratungen, ob und wie man EKFs zuläßt, wurden aber 100.000de von Euros für eine Kampagne nach dem Motto… „mit Helm siehst du scheisse aus“ ausgegeben. Warum also keine Helmpflicht? Weil ein Integralhelm vorgeschrieben ist – wenn ein Helm vorgeschrieben wird…. Aber was ist mit Pedelecs und der Helmpflicht? Hört sich an wie Kopfschmerztabletten… Das sind die Teile, die auf 25 Sachen beschleunigen. Schaut man die Unfallstatistik, dann sieht man wo die Verkehrsopfer angesiedelt sind. Sie gehören zum größten Teil der Altersgruppe an, die nun über eine Freigabe der EKF entscheiden.

Wikipedia sagt dazu

Durch Änderung des Straßenverkehrsgesetzes mit Wirkung zum 21. Juni 2013 (§ 1 Abs. 3) wurde definiert, dass Pedelecs, deren Motorunterstützung sich bei spätestens 25 km/h abschaltet, keine Kraftfahrzeuge im juristischen Sinne sind. Eine verschuldensunabhängige Haftung des Pedelec-Fahrers für betriebsbedingte Schäden gem. § 7 Abs. 1 StVG, wie das bei Kraftfahrzeugen der Fall ist, kommt daher nicht in Betracht. Damit sind Pedelecs rechtlich wie Fahrräder zu behandeln.

Warum also sind Geräte, deren Höchstgeschwindigkeit 25 Stundenkilometer erreichen UND schneller fahren können, kein Kraftfahrzeug, während die zur Zulassung angesprochenen EKFs mit max. 20 Stundenkilometer als KFZ gelten sollen? Was spricht dagegen Elektroskateboards (und meinetwegen auch Elektroroller) dem Fahrrad gleich zu stellen? Eine Studie die von alten Männern gemacht wurde, auf Geräten die schon zwei Generationen veraltet sind und die Lobby von Fahrradfahrern, die noch wesentlich größer ist als die der EKF „Industrie“ .

Noch! Denn die, die das Gesetz beschlossen haben, werden zum größten Teil in 5-10 Jahren in Ruhestand gehen. Wobei wir beim nächsten Problem sind, das uns dieser Tage, kurz vor der Europawahl, mehr als deutlich vor Augen gehalten wird. Die Beschlüsse werden gefaßt, von Leuten die wie Kletten auf ihren Pöstchen sitzen und im Schnitt über 60 Jahre alt sind. Diese hören dann wiederum auf Leute, deren verkopfte Synapsen schon seit mehr als 60 Jahren über Probleme nachdenken. Das merkt man. Mit Entsetzen wenden wir uns ab.

Schauen nach Paris, wo die Elektroskateboards durch die Gegend rollen. Ohne Unfälle, ein Teil des täglichen Pendlerverkehrs. Schauen voller Neid nach Dänemark, dessen Regierung einen Test erlaubt, der sehr erfolgreich verläuft. Nach Wien, nach Madrid, Helsinki und in die USA sowieso. Und mit Scham stellen wir fest, dass in Tel Aiv binnen Tagen das Rollen mit EKFs erlaubt wurde. Binnen TAGEN!!

Und wir so?

Vor ein paar Tagen war ich so wahnsinnig nach Frankfurt zu fahren. Am Mainufer soll man ja schön Cruisen können. Zusammen mit Sohnemann also die Boards geschnappt und per Straßenbahn in die große Stadt (siehe da – Last mile funktioniert).

Gemütliches Cruisen?

Alter Schwede (in Schweden sind EKF ebenfalls geduldet und die Leute haben Spaß), wenn du mal wirklich ein unangenehmes Gefühl brauchst, fahre am Mainufer oder noch viel schlimmer auf dem Radweg hinter dem Mainufer. Da siehst du sie: Bis in die Haarspitzen motivierte Fahrradfahrer, die scheinbar denken, sie wären beim Sechstagerennen. Mit locker 30 – 40 Sachen werden die Strampelteile über die Wege gejagt. Ein Überqueren des Gehwegs ohne ängstliches nach Links oder Rechts gucken, ist gar nicht möglich. Irre Blicke. Und ja, mit ihren Fahrradhelmen sehen sie wirklich scheisse aus. Der Kollege der dann mit hoher Geschwindigkeit über den Zebrastreifen ballerte sah auch ohne Helm scheisse aus und hätte mich beinahe umgefahren.

Wobei man festhalten muß: Auf dem Radweg fuhr es sich mit dem Longboard angenehmer, denn die meisten Fahrradfahrer lieferten sich ihre Duelle direkt am Main, während der laut ADFC ja so schlecht ausgebaute Radweg beinahe unbenutzt war. Bis auf den ein oder anderen scheinbar völlig Geistgestörten Pedelec(k)michamarsch Rentner war da nicht soviel los. Wobei die Reaktionszeit unterschätzt wird. Sieht man einen Fahrradfahrer aus der Ferne näher kommen, dann hat man nur wenige Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Denn bremsen werden die nicht. Wird auch kaum möglich sein, bei dem Tempo.

Fazit:

Bescheuert – vom Tage als die BASt Studie in Auftrag gegeben wurde, bis heute den 17. Mai, an dem der Bundesrat gegen Elektroskateboards stimmt.

Danke Berlin – Eure Enkel werden es euch danken…DENKT IHR