So you can Longboard Dance?

So You Can Longboard Dance?

Neben dem kleinen Grenzverkehr, der in erster Linie dazu dient Käse und Tulpenzwiebeln aus Holland nach Deutschland zu schmuggeln, gab es am letzten Wochenende eine Karawane aus deutschen Longboardern, die sich Richtung Holland aufgemacht haben. Wir haben uns eingereiht und trafen am frühen Morgen in Eindhoven ein,  um über den

SYCLD

zu berichten.

(hierzu sei angemerkt, dass wir in dieser Saison verstärkt auf Events präsent sind und diese im Onlinebereich publizieren werden. Das Printmagazin beschäftigt sich mit den Leuten und Geschichten hinter dem Longboarden)

Welchen Stellenwert das Skaten oder auch die Jugendarbeit in Eindhoven hat, erkennt man an den Rampen die mitten auf dem Platz vor dem Rathaus aufgebaut sind. In Deutschland schwer vorstellbar…

So schön die Niederlande im Sommer sind, so trübe und nebelig begrüßte uns das Nachbarland. Eindhoven wirkte wie ausgestorben, zum Glück waren die Cafes offen und wir konnten erst einmal lecker frühstücken und die Nachtkälte abschütteln. Campen im Winter ist immer ein wenig sportlich. Danach ging es zur Halle, die mitten im Industriegebiet Eindhovens lag. Es ist die größte Skatehalle der Niederlande und hört auf den wunderschönen Namen Klokgebouw. Hier hatte Phillips seine alten Fertigunsanlage und dementsprechend kultig schaut das Areal aus. Neben dem Longboardevent wird die Location für Parties genutzt.

So trübe sich die Anfahrt gestaltete umso krasser war der Kontrast als sich die Tore zur Halle öffneten. Dutzende von Longboardern die bei gechillter Musik ihre Tricks vorführten oder einfach nur die Atmosphäre bewunderten. Industriehallen bieten die perfekte Kulisse für solche Art Events. Viele Profifotografen der Szene wie z.b. Gordon Timpen haben in solchen Hallen schon das perfekte Photo geschossen.

So you can Longboard Dance ist der größte Wettbewerb in dieser Kategorie. Man weiß jetzt nicht wie es in den Ländern Südostasiens abgeht, denn dort wächst die Szene extrem – aber um es mal optimistisch auszulegen. So you can Longboard Dance ist so etwas wie die inoffizielle Weltmeisterschaft. Wir erinnern uns an den Sommer vor 1.5 Jahren als Frank Sommer von Longboardz aus Berlin ähnliches auf die Beine gestellt hat und es die Europameisterschaft im Dancen genannten wurde. Aber dieses Ding hier in Eindhoven war von der Orga und den Teilnehmern doch noch einmal eine andere Liga. Organisiert wird das Ganze von Spots N Locals, einer Longboard Community, die verschiedene longboard Events in Holland durchführt. Wir haben selten ein so gut organisierte Event gesehen. Alles lief wie auf dem Reissbrett geplant ab.

Während dem „warm up“ der Teilnehmer.  bildeten sich gleichzeitig Schlangen für die Registrierungen zur Competition in den verschiedenen Kategorien. die Kategorien bestanden aus vier verschiedenen Gruppen; gesponserten und die nicht gesponserten Teilnehmern jeweils männlich und weiblich.  Zudem gab es noch extra Contests für Best Trick, Best G-turn (manual Kurve) und Hippie Jump. Begonnen hat der Contest  etwa um 14Uhr mittags mit einer Einstiegsrunde, in der drei Teilnehmer für jeweils 60 Sekunden gegeneinander angetreten sind .
In diesen 60 Sekunden hatte jeder die Chance seine besten Moves auszupacken oder durch seinen Flow zu überzeugen.
Anschließend fand eine finale Runde statt.  Hier konnten die weitergekommenen Teilnehmer einzeln in 2 Minuten ihre beste Performance hinlegen.

Angetreten waren Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern. Vertreten waren  unter anderem Fahrer aus Süd-Korea, Deutschland, USA, Niederlande, Spanien, England, Belgien, Schweiz und Frankreich.  Auffällig war die große Anzahl der deutschen Teilnehmer.

Carl Förster beim Handstand
Carl Förster beim Handstand

Ins Auge fiel neben dem deutschen Rider Carl Förster, der alleine mit seinem Handstand für Szeneapplaus sorgte, der Koreaner Do Young, der am Ende den dritten Platz belegte. Während bei den Europäern der Peter Pahn und Cross Step bis zur Perfektion ausgeführt wurde, zeigte Do den koreanischen Style. Zumeist schneller ausgeführt, mit Tricks die noch gar keinen Namen haben. Der Gewinner der Herzen quasi.

Do Young aus Korea
Do Young auf Korea

Auffallend war die starke deutsche Beteiligung, die sich dann auch auf dem „Treppchen“ wiederfand. Erstaunlich fanden wir, dass das Mutterland des Skatens nicht wirklich präsent war. Aus den USA waren zwar Teilnehmer am Start, allerdings nicht auf dem Niveau um ganz vorne mitzufahren. Wir hatten im letzten Jahr auf der ISPO mit einem der Jungs von Hamboards über das Thema Dancen gesprochen. Er war überrascht dass es Wettbewerbe dafür gibt. In den Staaten ist diese Style noch nicht wirklich bei den Skatern und Longboardern auf dem Schirm. Dies erkennt man auch daran, dass die meisten Dancerboards europäischen Ursprungs sind. Klar, das Loaded Bhangra fand sich unter einigen Füßen, die meisten jedoch nutzen heimische Rollhölzer.

Giulia Alfeos Flow war weltmeisterlich
Giulia Alfeos Flow war weltmeisterlich

Bastl Boards war gleich mit einer Riesentruppe angetreten aus der Giulia Alfeo herausstach und den ersten Platz abräumte , Simple Longboardboards aus den Niederlanden, Quinboards und natürlich der Akrobat von Solala, den Carl Förster zum Sieg trat.

Gehen wir vom Wort gesponsert weg und nennen die Kategorien, wie sie in anderen Sportarten genannt werden, nämlich Pro und Amateur, dann ergibt sich folgende Wertung.

Gehen wir weiterhin davon aus, das die Veranstaltung die inoffzielle Weltmeisterschaft wäre, wir hätten zwei deutsche Weltmeister in unseren Reihen.

Carl „Cabron“ Förster und Giulia Alfeo!!!! CONGRATS!!!!!!

PRO Männer

1. Carl “Cabrón” Fölster, Germany
Solala Longboards

2. Pablo Nicieza (BLIN), Spain
Bastl Boards

3. Do Young, Korea
Bastl Boards

herren pro red

Amateure Männer

1. Arnaud Vankeirsblick, Belgien

2. Sergio Evan, Spanien

3. Joel Souza Cabrera, Deutschland

herren am red

PRO Damen

1. Giulia Alfeo, Deutschland

Bastl Boards

2. Cindy Zhou, Kanada

Loadedboards

3. Deborah Keser, Deutschland

Simple Longboards

damen red

Amateur Damen

1. Catherine Coco, Deutschland

2.Jade Emily, Canary Islands, Spanien

3. Neza Atar, die Niederlande

damen am

G-Turn:

1.Eloi Pujol Ribalta, Spanien

2. Andrei Churacov, Belgien

3. Renze van der Brink, die Niederlande

Hippie Jump

1. Gijs Schalkx, Niederlande

2. Simon Arsenidis, Deutschland

2. Linden Nieto, Spanien

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