Trekker-X4 – Die „Eierlegende Wollmilchsau“ wird Realität – Action Cams ade!

Trekker-x4

TREKKER-X4  vs. Go Pro

Wann habt ihr eure erste Action-Cam gekauft? Ich weiß noch ganz genau, wann ich meine erste Gopro in den Händen hielt. Es war 2009 und die Versprechungen des Herstellers waren genauso hoch wie meine Erwartungen an die neue Technologie. Die Realität war leider eine andere. Mehr oder weniger unscharfe Aufnahmen, die sich je nach Lichtverhältnissen verbesserten oder auch eben nicht. In den letzten knapp 10 Jahren hat sich vieles verändert. Die Aufnahmen bieten eine cineastische Bildqualität und GoPro ist an die Börse gegangen. Als Sportmagazin kommt man um Actionsportkameras nicht herum, wenn adrenalintriefende Bildaufnahmen präsentiert werden sollen. Redaktionsintern nutzen wir diverse Kameras. Aber über 400 Euro für eine Actionsportkamera ausgeben, die im Prinzip nur alle paar Wochen genutzt wird? Das schien uns zu teuer. Aber was es mir vor allen Dingen nicht wert ist, ist die Zeit, die vergeudet wird. Anfänglich waren es noch „one button“ Lösungen, mit denen man sich durch kryptische Menüs klicken durfte. Mittlerweile hat ein kleiner Bildschirm in die meisten Cams Einzug gehalten, der aber auch nicht besonders sexy ist. Lag das Teil ein, zwei Wochen herum, dann war wieder einmal experimentieren angesagt: „Was war noch die Einstellung für diesen 30 Sekunden Modus?…“ Derweil blinkte oben rechts dieses Vierecke Zeichen. Akku leer! Hatte man eben nicht dran gedacht oder aber – und das war fast immer der Fall – laßt uns schnell rausgehen und Filmen. Die Cam lag aber schon wieder in Vergessenheit geraten, einige Zeit ungeladen im Schrank.

Warum sie da lag? Es hat einfach keinen Spaß gebracht damit zu arbeiten.

Das Prinzip Zufall hielt Einzug in das Drehen der kurzen Actionfilme. Und sollte es tatsächlich mal geglückt sein, ein Video zu drehen, was ansatzweise die Realität widerspiegelte, dann ging das Drama erst richtig los. Die Videobearbeitungssoftware war auf einem Rechner installiert. Da man ja nicht so häufig editierte, handelte es sich um eine Testversion, die dann abgelaufen war. Neu herunterladen oder irgendeine Notlösung kaufen. Auch hier ging einiges schief, denn es mußte sich eingearbeitet werden und der 2.1 GB große Filmschnipsel zwang den PC in die Knie. Man hatte natürlich die ganze Zeit „draufgehalten“, um den Moment zu erhaschen, in dem die Welle zumachte oder der Slide am Berg perfekt in Szene gesetzt wurde. Also importieren und dann zur Kaffeemaschine, in der Hoffnung dass man mit dem Kaffee in der Hand vor dem importierten Film sitzt.

Reden wir von einer Alternative und einem der Gründe, warum fast alle klassischen Digitalkamerahersteller wirtschaftlich an Boden verloren haben: Dem Handy!

Wir nutzen seit etwa 4-5 Jahren Mobilfunkgeräte der Marke Samsung oder anderen unbekannteren Firmen. Die Menüs sind simpel gehalten. Die Kompatibilität ist in Ordnung und die technischen Möglichkeiten sind selbst bei den günstigeren Android-Geräten ausreichend. Richtig verliebt habe ich mich nicht und ein iPhone, mit dem viele meiner Bekannten rumhantieren, kann und will ich mir nicht leisten. Obwohl die Bilder, die geschossen werden, ein Traum sind und die Filter zum Niederknien sind, habe ich es immer abgelehnt, mich mit Haut und Haaren an die Kalifornier auszuliefern. Fängst du nämlich mit dem iPhone an, kaufst du dir wohlmöglich noch ein iBook, ein iPad etc. Nur damit alles zusammen paßt.

Im Endeffekt zahlst du soviel Geld, dass du vielleicht besser in einen Kleinwagen oder eine Mondlandung investieren könntest.

Egal ob iPhone für 1000 Euro oder Billighandy von Coolpad für 100 Euro: Fällt es auf den Asphalt, steigt der Blutdruck. Die Spider App fängt an, sich auszudehnen und legt in absehbarer Zeit das Gerät lahm. Es gibt noch mehr Feinde für die Technik: Sand, Hitze und den absoluten Killer, das Wasser.

Aktuell besitze ich ein Cool Pad Torino (oder ist es Milano?). Es wurde im März oder April angeschafft und hat sensationelle fünf Monate gehalten, bevor es mir vor drei Wochen im Hausflur beim Türaufschließen auf den Steinfußboden fiel. Davor war es ein Samsung, das mir beim ins Autosteigen aus der Tasche rutschte. Es fiel in den Schnee, lag dort ein paar Stunden und war Geschichte. Obwohl ich mich gegen iPhones gewehrt hatte, durfte ich für drei Tage eines mein Eigen nennen. Mein Vater hatte mir eines vererbt, was mir dummerweise ins Klo fiel. Was mein Selbstverständnis als Mann nicht angekratzt hat. Ich pinkel immer noch nicht im Stehen. Doch nehme ich das Telefon mittlerweile aus der hinteren Tasche. By the way, davor hatte ich ein richtig teures Samsung. Ein großes, eine Mischung aus Tablet und Handy. Sensationelle Fotoaufnahmen, bis ich mich mit eingesteckten Handy in den Schreibtischstuhl warf. Es machte nur kurz „knack“… Kennt ihr?

Des Pudels Kern – der Wink mit der Haustür?

Nachdem ich vor drei Wochen das Display meines Coolpads ruinierte, weil die verdammte Haustür nicht aufging, setzte ich mich gefrustet vor den Rechner und rief meine Mails ab. Soso… Outdoorhandys wären die Lösung aller meiner Probleme. Und Crosscall hat davon eine Menge im Sortiment. Was gibt es sonst noch? Handwerkerhandys – sehen so aus wie sie heißen. Naja, schreiben wir den Leuten von Crosscall eine Mail, vielleicht kriegen wir eines zum Testen. Wenn es taugt, dann kann man das TREKKER-x4 vielleicht günstig kaufen. Soweit meine Motivation. Was dann folgte war unglaublich und ein paar Tage später stand ich in Paris vor einem Kino in der Avenue des Gobelin und der für den deutschen Markt verantwortliche Klaus Seibold, ließ sein TREKKER-X4 vor meinen Augen auf die Straße fallen, was normalerweise zum sofortigen Ende des Gerätes führt. Nicht aber bei diesem Handy….Interessant zu sehen, wie ehrlich begeistert der Mann von dem Produkt war. Statt der Plattitüden über Technik und ähnliches, vermittelte er einem das Gefühl wirklichen Pionieren bei der Arbeit zuzusehen.

Aber zurück zu der Mail. In den nächsten Tagen schrieb ich mit der französischen Zentrale von Crossball hin und her und erhielt eine Einladung nach Paris zur Vorstellung des TREKKER X4.

Paris man! Da war ich bisher nur zweimal. Einmal das große Kulturprogramm machen und einmal mit der Ministry Crew, um panisch vom französischen Skateshopbesitzer daraufhingewiesen zu werden, dass wir verhaftet werden, wenn wir vor diesem oder jenem Denkmal/Platz/Museum weiterhin Skaten würden.

Fliegen ist bekanntermaßen nicht meins. Ich liebe es, mit dem Auto zu fahren, die Leute und das Land lernt man so besser kennen. Unser Hotel war nur 20 Minuten von dem Kino entfernt, in dem die Vorstellung des Telefons stattfinden sollte. Um Acht Uhr morgens fuhr ich los, um 9.30 Uhr war die Pressekonferenz angesetzt. Zwei Stunden (!) dauerte die Fahrt von Trocy nach Paris. Und die ganze Zeit rotierten die Gedanken. „Die laden dich ein und du versaust es.“ Übrigens haben die Franzosen die Rettungsgasse auf den Autobahnen verinnerlicht.

Das Ergebnis ist eine Rennstrecke von Motorrädern, Rollern oder auch Dreirädrigen Motordingern, die laut hupend mit Warnblinkern und 80 – 90 Sachen durch den Stau hämmern.

Im Kino angekommen, erhielt ich ein Badge und konnte meine Sachen an der Garderobe abgeben. Die Lobby des Kinos sah aus, wie man sich eine Firmenzentrale eines Neweconomy Unternehnehmens vorstellt. Selbstredend alles Crosscall gebrandet. Danach in den ersten Stock wo mir am Eingang des Kinosaals ein Kopfhörer in die Hand gedrückt wurde. Nun fühlte ich mich ein wenig, wie mein Held Sonneborn im EU-Parlament. Als nächstes fand ich einen Platz in dem total überfüllten Kino und das Licht ging aus. Auf der Leinwand taktete ein Countdown herunter.

Es folgten drei Videoclips mit zwei Typen, die sich verliebt anlächelten und sich über die Performance ihres Handys ärgerten weil sie keine Videos machen konnten. Ok, ich bin leidensfähig. Dann tauchte der Schriftzug TREKKER-X4 auf der Leinwand auf.

Was dann gezeigt wurde, war die Lösung aller meiner oben so wortreich aufgeführten Probleme.

Ich kann nicht sagen, dass ich schnell von Technik beeindruckt bin. Meine Begeisterung hierfür ist, glaube ich 2001, mit der Pleite von Polaroid verflacht. Doch was ich auf dieser Leinwand in Paris sah, ließ mich meinen Glauben an echte Innovationen wiedergewinnen. Auf den ersten Blick ein Handy wie jedes andere. Das TREKKER-X4 ist jedoch eine Actioncam, mit der man telefonieren kann. Beinahe unzerstörbar, zertifiziert nach dem Militärstandard MIL-STD 810 G und IK02 für besonders rohe Behandlung. Laut Standard kann ich also in Zukunft beim Türaufschließen zwei Meter hochspringen und das Handy fallen lassen. Aber im Ernst, das brauche ich. Und dann hat es eine IP68-Zertifizierung. 30 Minuten Tauchgang in 150cm Wassertiefe klingt nach einem Plan.

Der Chef von Crosscall stellte sich nach dem kurzen Einführungsvideo vor die Leinwand und erzählte die Firmengeschichte. Cyrill Vidal wirkte bodenständig und ließ sich nicht feiern wie andere, die das 1034te Handy mit 2MP mehr Sensor oder der xy App vorstellen. Nach der Vorstellung des Trekker-x4 bedankte er sich per Handschlag bei jedem, dass er gekommen war. Bei knapp 300 Leuten eine reife Leistung und nicht unsymphatisch.

Faszinierend das Frankreich scheinbar eine Art Paralleluniversum ist. Denn hier ist die Firma Crosscall Marktführer im Outdoorhandysegment. Bei uns gibt es ein solches Segment noch nicht mal. Dabei macht dies Sinn. Aber das ist eine andere Geschichte. Danach kam ein anderer Mensch auf die Bühne und erklärte das Telefon in allen Einzelheiten, gefolgt von Botschaftern der Marke. Coole Typen – bei uns völlig unbekannt und auf ihren Reisen mit der Technik von Crosscall ausgestattet, gaben sie einen Einblick in ihr Abenteurerleben. Interessant und doch dachte ich die ganze Zeit

„Geht weg, ich will mehr über das Handy erfahren“

Das TREKKER-x4 ist in erster Linie ein Handy mit den aufgeführten Normen, was es quasi unempfindlich gegen Umwelteinflüsse macht. Dies beinhaltet auch extreme Temperaturen. Ihr könnt also wieder mal besoffen in die Tiefkühltruhe des Supermarktes fallen und dort einschlafen. Das Gerät würde es überstehen. Vergessen, beim Saunagang das Teil aus der Hand zu legen? Kein Problem. Aber Temperaturen sind für uns Mitteleuropäer nicht wirklich relevant. Da gibt es andere Funktionen, die wichtiger sind.

Telefonieren ist logisch, da gibt es keine Unterschiede zu anderen Herstellern. Die wirklichen Innovationen des Trekker-X4 beginnen mit dem Akku. Samsung stattet die Spitzenmodelle mit einem 3500 mAh aus, während der Standard um die 3000 mAh liegt. Den absoluten Rekord bildet das Galaxy Note 9 ab. 3900 Miliamperestunden bedeutet reichlich Energie, allerdings saugt das 6.4 Zoll große Display auch die Energie extrem schnell auf. Die IPhones liegen bei einem Wert zwischen 2700 im Mittelbereich und 3179 in der Spitze. Ihr kennt die Hipster, die verzweifelt mit dem Ladekabel in der Gegend herumfuchteln und nach einer Steckdose hecheln. Das Trekker X4 hat einen Akku, der 4.500 mAh aufnehmen kann. Das ist Champions League und die Laufzeit scheint unendlich.

Gekoppelt mit einem Solarpanel, dass es als Zubehör gibt, muß man sich keinen Kopf mehr über die nächste Steckdose machen und kann sich seiner Bartpflege widmen.

Der interne Speicher liegt bei 64 Gigabyte. Über den zweiten Slot lassen sich Karten von bis zu 512 GB einbauen. Damit landet das Telefon im oberen Mittelfeld und ist mehr als ausreichend ausgestattet. 12.8 Millimeter misst das TREKKER-X4 und wiegt mit 250 gramm verhältnismässig viel. Für so eine technische Wuchtbrumme ist das Gewicht aber in Ordnung.

Trekker-x4 – Wo fange ich bei der Kamerafunktion an?

Die X-CAM des TREKKER-X4 ist als Actioncam konzipiert. 4k sagt eigentlich alles aus. Die Linse mit der „Panomorph“ Funktion ermöglicht Aufnahmen mit einem Blickwinkel von bis zu 170°. Jede Aktion und jedes Detail kann mit 4k-Auflösung in vier verschiedenen Aufnahmewinkeln: 88°/ 110° / 140° / 170° aufgenommen werden. Das ist eine Ansage. Der Ausgleich von Bewegungen und Vibrationen erfolgt über eine sogenannte Gyrodatenanalyse und entspricht einem 9-Achsen-Gimbal. Selbst mit aller Gewalt, dürfte es schwierig sein die Aufnahmen des Trekker-x4 zu verwackeln. Mit an Bord ist eine eigene Software zum Verarbeiten der Videos. Also ist kein Überspielen auf den PC nötig. Damit entspricht es allen Anforderungen an eine Actioncam.

Das Marketing blabla bei der Einführung neuer Handys ist grandios. Sooo toll sind die Bilder und soo toll das Handy. Wie gut, dass ich direkt vor Ort einen Vergleich mit anderen Mitbewerbern machen konnte. Also, ein Foto geschossen und das mit anderen Handys verglichen. Ohje, Lichtjahre Entwicklung im Vergleich zu meinem Coolpad, obwohl dies ebenfalls über einen 12MP Sensor verfügt. Interessant ist auch die Funktion, dass ich Fotos und Videos über die interne App gleich auf Insta, WhatsApp oder Facebook teilen kann.

Hinten auf dem Handy sitzt ein X-Link Adapter. An diesen lassen sich sowohl Zubehör anschließen und das Teil laden. Mit 5,5“ (13,97 cm) ist das Display aus Gorilla Glass 5 groß genug, um alle Funktionen durchzuführen. Der Qualcomm® SnapDragon™ SDM660 Octa-Core-Prozessor mit bis zu 2,2 Gigahertz Taktung ist schnell. Kommen wir zum Preis. Eine GoPro liegt bei rund 400 Euro – telefonieren kann ich damit nicht. Das TREKKER-X4 kostet 699 Euro und kommt am 25. Oktober auf den Markt.

Fazit:
Keine Actioncam mehr nötig. Punkt. Werde ich doch noch zum Nerd? Das kleine ehemals kleine Unternehmen Crosscall aus der Universitätsstadt Aix-en-Provence marschiert auf einen dreistelligen Millionenumsatz zu und ist in Frankreich als Top 5 Wachstumsunternehmen ausgezeichnet worden. Kein Wunder… Endlich eine Firma die eine eierlegende Wollmilchsau gebaut hat.

Achja, Longboarding in Paris ist genial. Die Stadt kann komplett durchquert werden mit den vier Rollen. Der Asphalt ist einmalig und die Wege sind unglaublich breit. Das Stadtbild wird von einem dauernden Verkehrsstau geprägt. Egal in welche Richtung oder zu welcher Tageszeit. Longboards und Elektroroller habe ich soviel gesehen, wie in keiner deutschen Stadt. Das Paralleluniversum Frankreich gefällt.